Airport & Ground Environment (AGE)

Information zur AG

Die AG Airport & Ground Environment beschäftigt sich mit der kontinuierlichen Verbesserung der Sicherheit an Flughäfen und deren unmittelbaren Nahbereich. In diesem Zusammenhang werden die Verfahren und die Sicherheitsausrüstung der deutschen Verkehrs- und Regionalflughäfen untersucht.

AG Arbeit und Aufgaben

VC Flughafencheck

Seit 1978 werden die deutschen Flughäfen auf ihre Sicherheitsausstattung hin untersucht. Dabei ist es unerheblich, wie verkehrlich stark ein Flughafen ausgelastet ist, wie die Infrastruktur des Flughafens aussieht, ob er alt oder neu ist, ein Regional- oder Verkehrsflughafen ist oder welche anderen Umstände diesen Flughafen speziell hervorheben. Jede Luftfahrzeugbesatzung und alle Passagiere sollten überall ein gleich hohes Sicherheitsniveau vorfinden. Ein geringes Flugaufkommen garantiert dabei keine höhere Sicherheit, sodass anerkannte Sicherheitsmaßnahmen auch auf kleineren, seltener genutzten Flughäfen erforderlich sind.

Die AG untersucht und beurteilt deshalb jährlich die deutschen Flughäfen anhand eines einheitlichen, auf alle Flughäfen gleichermaßen angewandten, Bewertungsschemas. Bewertet werden hierbei nur die luftseitigen Sicherheitsausstattungen von Flughäfen (z.B. Runways, Beleuchtungssysteme uvm.). Landseitige Einrichtungen wie Terminalgebäude, Personenkontrollen oder Ähnliches werden nicht berücksichtigt.

Der Flughafencheck soll somit auf der einen Seite die hohe Sicherheit der deutschen Flughäfen darstellen, gleichzeitig aber aufzuzeigen, an welchen Stellen sich die Flughäfen verbessern können, sollten oder müssen. Weiterhin bringen die AG Mitglieder ihre unabhängige Pilotenmeinung in die „Local Runway Safety Teams“ der deutschen Flughäfen ein

Durch den Flughafencheck wird nicht die Arbeit der Genehmigungsbehörde überprüft oder ersetzt. Die Untersuchung durch die VC stellt eine reine Pilotensicht dar und soll Möglichkeiten aufzeigen, die bestehende Sicherheit der deutschen Flughäfen kontinuierlich zu verbessern.

Hier gelangen Sie zum VC Flughafencheck.

Sicherheit auf der Bahn

Am Boden ist die Start- und Landebahn das sensibelste Sicherheitselement des Luftverkehrs. Immer wieder kommt es zu Runway Excursions und Incursions.

Runway Excursions

In den letzten Jahren sank die Häufigkeit von nahezu allen Arten von Flugunfällen oder Zwischenfällen. Das unbeabsichtigte Verlassen der befestigten Start- und Landebahn (sogenannte Runway Excursion) bildet dabei leider eine Ausnahme. Der Anteil der Runway Excursions blieb bei steigenden Verkehrszahlen und trotz verbesserten Sicherheitssystemen wie Umkehrschub, Antiblockiersystemen oder der präziseren Berechnung der Landing Performance gleich.

Runway Incursions

Runway Incursions sind Zwischenfälle, bei denen ein Luftf- oder Bodenfahrzeug unberechtigt auf eine Start- und Landebahn aufrollt beziehungsweise in deren Schutzbereich eindringt. Zwischenfälle dieser Art besitzen das Potential für katastrophale Folgen (Unfall Teneriffa Nord 1977 mit 583 Todesopfern).

Die Wahrscheinlichkeit solcher Unfälle kann durch eine Reihe von Maßnahmen reduziert werden. Bereits in der Planungsphase kann man Flughäfen so anlegen, dass Betriebspisten nicht gekreuzt werden müssen. Ist ein Flughafen schon gebaut, kann man durch Lichtzeichen (Runway Guard Lights, Stopbars) oder Bodenmarkierungen (No-Entry Markierungen, Haltebalken) die Aufmerksamkeit der betroffenen Personen auf die vor ihnen befindliche Start-/Landebahn lenken.

Rescue & Fire Fighting

Ein Großteil der Zwischen- und Unfälle im Luftverkehr ereignet sich im direkten Umfeld der Flughäfen. Eine ständig einsatzbereite und gut ausgerüstete Flughafenfeuerwehr stellt einen wichtigen Sicherheitsbaustein dar. Aus diesem Grund setzt sich die AG für einen hohen Standard der Flughafenfeuerwehren ein.  

Ein Beispiel der erfolgreichen AG Arbeit ist die Implementierung einer „Feuerwehrfrequenz“ in Deutschland. Diese direkte Funkverbindung zwischen Pilot und Flughafenfeuerwehr ermöglicht es, wichtige Informationen direkt zwischen den Beteiligten auszutauschen und damit wertvolle Zeit zu sparen. Der Blickwinkel aus dem Cockpit ist stark eingeschränkt und erlaubt primär nur die Sicht nach vorne. Um die Situation außerhalb des Flugzeugs besser einzuschätzen zu können, ist die Crew auf Informationen von Außen durch die Feuerwehr angewiesen, die über Funk ihre Lageeinschätzung somit direkt mitteilen kann. Rettungsmaßnahmen und Flugzeugevakuierungen können dadurch besser abgestimmt und koordiniert werden.
 

Wildlife Hazard

Immer wieder kommt es zu kritischen Begegnungen zwischen Luftfahrzeugen und Tieren. Nicht nur Vögel und Fledermäuse stellen eine potentielle Gefahr dar, sondern auch am Boden lebende Tiere wie Hirsche, Wildschweine oder Hasen. Trotz moderner Composite-Materialien, vogelschlagsicheren Triebwerk-Spinnern oder beheizten Cockpitscheiben gibt es bislang keinen effektiven technischen Schutz vor Wildtierschlägen am Luftfahrzeug.

Aus diesem Grund werden die Flughäfen genauer betrachtet und versuchen durch ein individuell angepasstes Biotopmanagement die biologische Flugsicherheit zu verbessern. Dazu zählen neben Maßnahmen wie der Errichtung von Wildtierzäunen, Anbringung von Spikes auf Schildern und Gebäudeteilen, Bejagung durch Falkner oder der Pflege bebauter wie unbebauter Flächen, ebenso ein Schnittmanagement der Wiesenflächen, avifaunistische und geologische Biotopanalysen, ein Gewässer- und Müllmanagement sowie der Einsatz von Verschreckungs-Systemen wie z.B. Lichtblitze, Laserkanonen und pyrotechnische Systeme.

Zur Verbesserung der Flugsicherheit arbeitet die AG eng mit Flughäfen, Airlines, Flugsicherung, Behörden, biologischen Instituten,Luftfahrzeugherstellern und Verbänden zusammen.

Mitglieder

Bringewat, Deniz Leiter AG AGE  
Drichel, Peter  
Gehm, Ekkehard  
Graßmück, Sven stv. Leiter AG AGE  
Herz, Julian  
Köhler, Stefan  
Oser, Martin Ulrich stv. Leiter AG AGE  
Schuster, Arnold  
Starke, Wolfgang  
Weißenborn, Stephan  
Winkelmann, Matthias  
Zimmermann, Michael