Airprox

Risiko AIRPROX

Jedes Jahr kommt es in Deutschland zu Zusammenstößen von Flugzeugen. Meist handelt es sich dabei um Sportflieger und Kleinflugzeuge. Doch auch größere Flugzeuge sind gefährdet und die VC versucht hier in Abstimmung mit anderen Institutionen und Experten das Risiko zu vermindern. Wichtig ist dabei die Erfassung und Auswertung von gefährlichen Annäherungen, sogenannten AIRPROX (Aircraft Proximity). Die Analyse dieser Vorfälle ist wiederum die Grundlage für die Luftraumplanung in Deutschland. 

Auf dieser Seite finden Sie vielfältige Informationen zu den Aktivitäten der VC in diesem Bereich. Bitte beachten Sie dabei, dass AIRPROX nicht immer automatisch an die entsprechende Expertengruppe weitergeleitet werden und eine separate Meldung verfasst werden muss! Nur durch diese Meldungen können wir als VC Verbesserungen zur Erhöhung der Sicherheit erreichen.

AIRPROX-Update

März 2021

Einen Überblick über aktuelle Fälle hat Felix Gottwald aus der AG Air Traffic Services für Euch in der VC Info zusammengestellt. Hier findet Ihr außerdem die aktuellen Best Practices für den Luftraum Echo sowie die AIRPROX-Hotspotkarte für Deutschland.

Mai 2020

Sicher fliegen unter FL100/130 in Luftraum E

Bereits in den letzten Jahren haben sich Vertreter der Flight Safety-Abteilungen der Airlines und der VC getroffen, um zu besprechen, wie wir alle sicherer im Luftraum E fliegen können. Zur Erinnerung: Luftraum E muss an vielen Flughäfen in Deutschland zeitweise durchflogen werden, um den Bereich zwischen Luftraum C über FL100 (FL130 im Alpengebiet) und geschütztem Luftraum um einen Flughafen herum zu überbrücken. Im Luftraum E sind viele Luftraumteilnehmer ohne Transponder unterwegs und daher für uns und die Flugsicherung nicht sichtbar. Außerdem werden IFR- und VFR-Flugzeuge nicht voneinander gestaffelt.

In einer gemeinsamen Initiative haben die VC und die meisten Fluggesellschaften Deutschlands Best Practices veröffentlicht, die eine Reihe von Empfehlungen enthalten, um das Kollisionsrisiko mit VFR-Luftfahrzeugen zu reduzieren. Darüber hinaus werden auch die korrekten Meldewege hervorgehoben, um die zuständigen Institutionen wie z.B. die APEG zu informieren. Neben der betriebsinternen Meldung können Sie einen AIRPROX-Report jederzeit auch direkt an die APEG melden.

Dies ist nur eine von vielen Maßnahmen, die wir zusammen mit den Fluggesellschaften vorantreiben, um die Sicherheit unserer Besatzungen und Fluggäste auf hohem Niveau zu halten! Bitte setzen sie die Best Practices soweit wie möglich um und helfen Sie uns damit, gefährliche Annäherungen zwischen Flugzeugen in Zukunft zu verhindern.

 
April 2020

Die Aircraft Proximity Evaluation Group (APEG) hat ihr jährliches AIRPROX Magazin veröffentlicht, in dem exemplarische Luftfahrzeugannäherungen anonymisiert vorgestellt und die gesammelten Erkenntnisse präsentiert werden. Durch die Sensibilisierung für Lufträume, die jeweils geltenden Regeln und das Verständnis für andere Luftraumnutzer kann die Sicherheit insbesondere im unteren Luftraum noch deutlich verbessert werden.

Zweck und Aufgabe der APEG ist es, an sie gerichtete Meldungen von Luftfahrzeugannäherungen im Deutschen Luftraum zu analysieren. Dazu kommen Experten aus allen Bereichen der Luftfahrt zusammen und tagen regelmäßig unter Moderation des Bundesaufsichtsamtes für Flugsicherung (BAF). Auch die VC ist fester Bestandteil dieses Gremiums. Basierend auf den Analysen der Annäherungen bewertet die APEG die Vorfälle und spricht Empfehlungen aus, die zur Vermeidung ähnlicher Ereignisse führen sollen. Das Ziel der APEG ist es, Erkenntnisse über die Ursachen solcher Vorfälle zu gewinnen, um dadurch Wege aufzuzeigen, die einen zusätzlichen Beitrag zur Erhöhung der Sicherheit im Luftverkehr darstellen. Das können unter anderem auch Luftraumänderungen sein.

https://www.baf.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Publikationen_BAF/Airprox_Magazin/2020.html?nn=1576222

 
 
 
 
Ein Artikel aus der VC Info 03/2019

Die „Air Proximity Evaluation Group“ (APEG) trifft sich regelmäßig, um gefährliche Annäherungen von Flugzeugen zu bewerten. Diese bilden dann die Grundlage für die Luftraumbewertung in Deutschland. Die letzte Sitzung der APEG fand am 13. Juni statt. Dabei wurden acht AIRPROX analysiert, wobei in sechs Fällen kommerzieller Verkehr betroffen war. Die geringe Anzahl von Vorfällen liegt zum einem im geringen Flugaufkommen der Allgemeinen Luftfahrt im Winter begründet, sowie an der Tatsache, dass nur Fälle, die direkt an die APEG gemeldet werden, Berücksichtigung finden. Ein Fall betrifft einen Rettungshubschrauber auf einem Überlandflug in VFR. Alle anderen für uns relevanten Fälle fanden im Zusammenhang mit Jets nach IFR-Regeln unter Führung der Flugsicherung in den Lufträumen Charlie, Delta und Echo statt. Glücklicherweise gab es dieses Mal (ausnahmsweise) keinen Fall der Kategorie A in dem für uns relevanten Bereich. Zwei Vorfälle der Kategorie B sowie einige Fälle der Kategorie C zeigen aber wieder besorgniserregende Tendenzen. Besonders interessant für uns waren Fälle, in denen Verkehrsflugzeuge auf Regionalflughäfen angeflogen sind. Dabei muss oft zwangsläufig Luftraum E durchquert werden. Die APEG hat festgestellt, dass beim Abfliegen von Standardverfahren das Konfliktrisiko deutlich minimiert gewesen wäre, das heißt, Controller und Piloten in Daylight VMC auf Shortcuts verzichtet hätten. Bitte beachtet auch die Änderungen im Luftraum in Paderborn und Münster/Osnabrück (siehe vorherige VC-Infos), die bei einigen Providern noch nicht in die Karten eingepflegt wurden! In einem weiteren Fall wurde eine TCAS RA ausgelöst, weil ein Verkehrsflugzeug aus dem Reiseflug heraus mit einer Rate von 2000 ft/min oder mehr in den Sinkflug angewiesen wurde. Ein 1000 ft tiefer fliegender Verkehr hat die RA wegen der relativen Annäherungsgeschwindigkeit ausgelöst. Diese unnötige RA hätte verhindert werden können, wenn das Verkehrsflugzeug mindestens für die letzten 1000 ft Sinkflug eine eigene Rate (z.B. 1000 ft/min) zugewiesen oder requested hätte. Seit 2017 veröffentlicht die APEG einzelne aufgearbeitete Fälle und spricht Empfehlungen aus. Die VC hat „Best Practices“ veröffentlicht, mit denen alle Verkehrsteilnehmer durch entsprechendes Verhalten zum Reduzieren von Konflikten beitragen können.

Ein „Aircraft Proximity“, kurz AIRPROX ist eine Situation in der sich nach Ansicht des Piloten oder Fluglotsen, zwei Flugzeuge zu nah gekommen sind. Neben der relativen Position wird auch die Annäherungsgeschwindigkeit berücksichtigt. Eine Meldung erfolgt mit einem gesonderten Formular an das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF).

Risikokategorien:

A – Es bestand ein ernsthaftes Kollisionsrisiko

B – Die Sicherheit mindestens eines Flugzeuges war nicht sichergestellt

C – Es bestand kein Kollisionsrisiko

D – keine Bewertung möglich

Jetzt einen AIRPROX melden oder das AIRPROX-Magazin mit Empfehlungen zum sicheren Fliegen herunterladen.