|

9. Safety Forum 2022

Am 30. Juni und 1. Juli 2022 fand das 9. Safety Forum 2022 in der EUROCONTROL-Zentrale in Brüssel statt. Das Forum wurde vom Flight Safety Foundation European Advisory Committee, EUROCONTROL und der European Regions Airline Association organisiert. VC-seitig nahm Johannes Bade teil.

Das diesjährige Motto des 9. Safety Forum 2022 lautete „Safe Sustainability“. Wie die UN Klimakonferenz 2021, gezeigt hat, wird die Luftfahrt unter zunehmenden politischen und wirtschaftlichen Druck geraten, ihren CO2-Fußabdruck zu verringern. Bei der Unterstützung der Bemühungen um mehr Nachhaltigkeit dürfen wir nicht die möglichen unbeabsichtigten Folgen für die Sicherheit und Widerstandsfähigkeit aus den Augen verlieren, wenn sich Verfahren oder Technologien ändern. Stakeholder wie Fluggesellschaften, Flughafenbetreiber, diverse Verbände, Aufsichtsbehörden und Flugzeughersteller tauschten sich dazu aus, wie welche Entwicklungen Risiken darstellen könnten, die abgemildert werden müssten, und wie Änderungen am besten gehandhabt werden könnten.

Eröffnet wurde die zweitätige Veranstaltung von Dr. Hassan Shahidi (President & CEO, Flight Safety Foundation), Tzvetomir Blajev (Director Europe and Global Operational Safety, Flight Safety Foundation), Iacopo Prissinotti (Director NMD EUROCONTROL) und Montserrat Barriga (Director General, ERA). Es wurde auf die aktuell steigenden Buchungszahlen und die damit einhergehenden Zustände an den Flughäfen, bedingt durch den massiven Personalmangel im Luftverkehr, eingegangen. Es sei eine strategische Lösung für diese post-COVID Situation essenziell, so Prissinotti.

Johan Glantz (European Business Aviation Association, EBAA) und Montserrat Barriga moderierten Session 1 und eine Paneldiskussion zum Thema „Institutional and Regulatory Matters”, welche diverse Vorträge der UK CAA, EUROCONTROL und der Direction générale de l’aviation civile (DGAC) France beinhaltete.

Der 2. Themenkomplex „ANSPs and Airports” wurde von Ed Pooley (The Air Safety Consultancy) moderiert. Flugsicherungsdienstleister (Air Navigation Service Provider, ANSP) und Flughafenbetreiber erörterten das Gleichgewicht zwischen Safety, Service und Nachhaltigkeit von Flugverkehrsmanagement (Air Traffic Management, ATM) und, dass es keinen Widerspruch zwischen einem sicheren und effizienten Flugbetrieb trotz erneuerbarer Kraftwerke in Flughafennähe gäbe. Eine angeregte Paneldiskussion folgte.

Dragos Munteanu (IATA) moderierte Session 3 zum Themenkomplex „Technology and Future Prospects“. Flugzeughersteller Boeing und Airbus sowie der Flughafenbetreiber BER berichteten in diesem Zusammenhang von ihren aktuellen Projekten zum Thema Nachhaltigkeit. Hervorzuheben ist der Redebeitrag von Juan Carlos Lozano (ECA Vize-Präsident). Dieser betonte, dass der Klimawandel eine der größten Herausforderungen unserer Zeit sei. Lozano machte deutlich, dass der Luftverkehr als strategische europäische Infrastruktur weiterhin eine wichtige Rolle bei der Gewährleistung einer sicheren Mobilität auf dem gesamten Kontinent spielen wird. Gleichzeitig machte er klar, dass der Luftverkehr seinen ökologischen Fußabdruck deutlich verringern muss. Nachhaltige Flugkraftstoffe (Sustainable Aviation Fuels, SAF) werden dabei eine wesentliche Rolle spielen und verdienen vorrangige Aufmerksamkeit. Weiter betonte Lozano, dass der grüne Wandel in der Luftfahrt auch ein gerechter Wandel sein, bei dem ökologische und soziale Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen muss. Er verwies auf die aktuelle Position der ECA zu diesem Thema (https://www.eurocockpit.be/positions-publications/securing-sustainable-future-aviation-pilots-perspective). 

In der abschließenden Session 4 wurde der Themenkomplex „Flight Operations“ näher beleuchtet. Fluggesellschaften machten deutlich, dass es nicht leicht sei, im internationalen Wettbewerb „grün“ zu sein. Moderne CO2-einsparende Techniken in Kombination mit einem Risikomanagement für Nachhaltigkeit seien komplex und kostspielig.