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Safety of Vertical Navigation on Final Approach Workshop

Seit einem Zwischenfall in Paris im Mai 2022, bei dem die betroffene Maschine während eines RNP-Approach bis auf sechs Fuß über dem Boden gesunken war, diskutiert die Industrie über Anflüge, deren Vertikalführung auf dem barometrischen Höhenmesser basieren. Dadurch sind diese sowohl für falsche QNH-Einstellungen als auch kalte Temperaturen anfällig.

Bei einem von Eurocontrol organisierten Workshop zu diesem Thema, vertrat Moritz Bürger, Mitglied der VC-Arbeitsgruppe Air Traffic Services (ATS), die Sichtweise der europäischen Piloten und Pilotinnen im Namen der European Cockpit Association (ECA). Er erklärte unter anderem, dass falsche QNH-Einstellungen deutlich häufiger vorkommen als bisher bekannt, bei den häufig geflogenen ILS-Anflügen aber selten auffallen. Aufgrund der Anfälligkeit für solche Fehler kritisiert der Weltverband der Pilotenverbände IFALPA solche „Baro-VNAV“ Anflüge bereits seit Jahren. Dazu gehören sowohl NDB, VOR und Localiser, als auch die aufgrund der nicht benötigten Bodeninfrastruktur immer weiter verbreiteten RNP-Anflüge zu LNAV oder LNAV/VNAV Minimum. Während die meisten Flughäfen inzwischen auch sicherere RNP-Anflüge mit geometrischer Vertikalführung anbieten (erkennbar am LPV-Minimum), zeigen die Flugzeugbetreiber und -Hersteller bisher wenig Bestrebungen, die Voraussetzungen dafür zu schaffen. Das ist vor allem deshalb problematisch, weil aufgrund einer europäischen Verordnung ab 2030 RNP-Anflüge die primäre Anflugart werden sollen.

Link zur Aufzeichnung des Vortrags: https://skybrary.aero/video/eca