Katharina Dieseldorff, VC-Vizepräsidentin / @ Vereinigung Cockpit

Editorial

Die ersten Monate des Jahres 2026 sind geprägt durch Tarifkonflikte

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

das Jahr 2026 ist noch jung – und doch liegt bereits viel hinter uns. Die ersten Monate haben gezeigt, dass uns bewegte Zeiten bevorstehen.

An der Tariffront begann das Jahr mit einer Auseinandersetzung: Nach der Urabstimmung Ende September 2025 kam es am 12. Februar zum ersten Arbeitskampf bei Lufthansa und Lufthansa Cargo, im März folgte ein weiterer. Auch bei CityLine legten die Pilotinnen und Piloten nach gescheiterten Verhandlungen und erfolgreicher Urabstimmung für einen neuen Vergütungstarifvertrag die Arbeit nieder und bei Eurowings erhielten wir ein starkes Mandat für weitere Maßnahmen. Zudem kündigte der Lufthansa-Konzern die Freistellungsvereinbarung von 2018. Mitte April dann die nächsten Streiks, ein Schlichtungsangebot von der VC und die plötzliche Stillegung der Cityline, die für die vielen Kolleginnen und Kollegen große Unsicherheit bedeutet.

Unsere Arbeit beschränkte sich nicht allein auf Tarifpolitik. Auch andere wichtige Themen haben wir intensiv vorangebracht. In Berlin fand unser alljährliches Flight Safety Forum statt, bei dem zentrale Fragen der Flugsicherheit diskutiert wurden. Gleichzeitig hat der vom Bundesministerium für Verkehr initiierte Runde Tisch Flugmedizin inzwischen bereits zweimal getagt. Im Mittelpunkt stehen die oft zu langen Bearbeitungszeiten der Medicals beim Luftfahrt-Bundesamt. Das Problem ist inzwischen auf höchster Ebene angekommen, und wir sind vorsichtig optimistisch.

Mit dem Female Friday haben wir zu Beginn des Jahres den Fokus auf die Frauen in unserem Beruf gelegt – Pilotinnen sind noch immer deutlich in der Minderheit. Umso wichtiger ist es, ihnen mehr Sichtbarkeit zu geben und ihre Perspektiven stärker einzubringen.

Und auch organisatorisch hat sich bei uns einiges verändert. Zum 1. März sind wir umgezogen: Nach vielen Jahren in der Unterschweinstiege befindet sich unsere Geschäftsstelle nun in Gateway Gardens. Der neue Standort liegt zwar nicht weit von unserer bisherigen Wirkungsstätte entfernt – und doch steht er für einen neuen Abschnitt.  

Die kommenden Monate werden kaum ruhiger werden. Umso wichtiger ist es, dass wir zusammenstehen, Durchhaltevermögen zeigen und unsere gemeinsamen Interessen entschlossen vertreten.

Eure Katharina