Flight Safety

Vulkanausbruch auf Kamchatka & Luftverkehr

Am 10. April 2023 kam es auf Kamchatka zu einer Eruption des Vulkans Sheveluch. Nach einer ersten Meldung des VAAC Tokyo wurde die Asche um 13:10z in FL 520 vorgefunden - ca. 15 km. Daran ist bedenklich, dass die Meldung erst um 13:49z herausgegeben wurde, also 39 Minuten nachdem die Asche schon in FL 520 war.

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Dies ist ein Detail, das ich beim ICAO MET Panel ansprechen werde: schnellere Weitergabe der ersten Information ins Cockpit - und gerne auf das eFB. Dies hatte ich im Februar auf einer WMO-Tagung angeregt: https://bit.ly/40u3oqd.

Zurück zur Eruption vom Sheveluch. Diese breitete sich in den folgenden Tagen recht schnell entlang der Aleuten aus und beeinträchtigte den Flugverkehr sehr stark. Das betraf sicher auch die Flüge aus Japan nach Deutschland, die über die Polstrecken geführt werden. Unten eine Meldung des VAAC Tokyo zur Illustration:

Die Höhe der Aschewolke nahm in den folgenden Tagen zu, FL 360 - 380 wurden angegeben. Eine besondere Schwierigkeit: die Visualisierung der verschiedenen Meldungen. Ich musste leider feststellen, dass Flightradar24 und Skyvektor wieder von den offiziellen Meldungen abwichen - wie bereits in vorherigen Artikel in der VC-Info erwähnt wurde, z.B. hier: https://vcinfo.vcockpit.de/artikel/bereit-sein-fuer-vulkaneruptionen.

Es bleiben also die offiziellen Meldungen - und an dieser Wolke arbeiteten teils gleichzeitig die VAACs Tokyo, Anchorage, Washington und Montreal! Da den Überblick zu behalten ist schwer - ich kann nur hoffen, dass die Darstellungen der Sigmets und Advisories auf den eFB korrekt waren. Die offizielle Karte der VAACs veranschaulicht dies: https://skybrary.aero/sites/default/files/bookshelf/4016.pdf.

 

Erschwerend kommt hinzu, dass die betroffenen VAACs keine ash concentration charts herausgeben wie in Europa, sondern nur die ICAO Standard Volcanic Ash Advisories. Außerhalb der angegebenen Lufträume sollte keine Asche sein - innerhalb der Lufträume kann eine unbestimmte, sehr hohe Menge Asche in der Luft sein.

Praktisch haben wir es mit riesigen Gebieten zu tun, in die niemand hineinfliegen sollte - mangels ausreichender Informationen über die anzutreffende Aschemenge. In dieser Situation wäre die ab 2025 verfügbare neue "Quantitative Ash" (siehe diesen Artikel: https://vcinfo.vcockpit.de/artikel/bereit-sein-fuer-vulkaneruptionen) sehr hilfreich gewesen: Konzentrationen, wie aus Europa bekannt. Bis dahin heisst´s: safe flights und möglichst ein gutes Sat-Bild der Aschewolke in den Flugunterlagen.