Pilot/Pilotin werden

Hier  können Sie sich die Infobroschüre "Pilot werden" der Arbeitsgruppe Qualification & Training herunter laden. Sie enthält detaillierte Informationen über das Berufsbild des Piloten und seine Anforderungen.

Hier  können Sie sich die Infobroschüre "Berufswunsch: Pilotin" der Arbeitsgruppe Pilotinnen herunter laden. 

Mit dieser Informationsseite möchten wir die am häufigsten gestellten Fragen zum Thema Verkehrsflugzeugführer beantworten. Wir hoffen, damit Antworten auf die vielen Telefonanrufe, die die VEREINIGUNG COCKPIT täglich erreichen, geben zu können. Sollten Sie weitere detaillierte Fragen haben, so verweisen wir auf den FAQ-Punkt "Wer erteilt mir weitere Auskünfte?"

Ich habe von einem Test gehört. Was hat es damit auf sich?

Grundsätzlich führen alle größeren Fluggesellschaften Einstellungstests durch. Einige vor, andere nach abgeschlossener Ausbildung. Es gibt verschiedene Arten von Tests: Eignungs- und Einstellungstests.

Eignungstest: In diesen Tests werden Fähigkeiten, die für den Beruf des Flugzeugführers Voraussetzung sind (z.B. räumliches Vorstellungsvermögen, Mehrfach-Belastbarkeit, etc.), überprüft.

Einstellungstest: Einstellungstests werden für deutsche Fluggesellschaften in der Regel in Verbindung mit einem Eignungstest vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Hamburg oder von der Firma Interpersonal durchgeführt. Diese beinhalten spezifische Einstellungskriterien der Fluggesellschaften. 

Warnung:

Werden für einen Einstellungstest eigene Kosten fällig, sollte geprüft werden,

ob bei erfolgreicher Absolvierung überhaupt eine realistische Anstellung angeboten

und nicht das Screening selbst als Einnahmequelle genutzt wird.

Wie kann ich mich auf diese Tests vorbereiten?

Solange Vorbereitung aktives Auseinandersetzen mit der Materie und Wiederauffrischen von Wissen (Englisch, Physik- und Mathematikübungen etc.) bedeutet, ist sie sinnvoll und zeugt von einer professionellen Arbeitsauffassung.

Verschiedene kommerzielle Institutionen bieten zum Teil teure Trainingsprogramme an,  deren Wert umstritten ist. Diese werden von uns prinzipiell nicht empfohlen. Fertigkeiten sind trainierbar, Eignung nicht.

In der Regel werden Ihnen die Testzentren Vorbereitungsmaterial zur Verfügung stellen.

Ab welchem Zeitpunkt kann ich Mitglied der Vereinigung Cockpit werden?

Bereits mit Beginn der Ausbildung können Sie VC-Mitglied werden. Die Mitgliedschaft ist für Flugschüler kostenlos.

Wie sind die Verdienstmöglichkeiten?

Das kommt sehr stark auf die Luftverkehrsgesellschaft an. Ein Erster Offizier erhält anfangs ein Monatsgehalt zwischen 1500 Euro und 5000 Euro brutto. Ein Kapitän – das wird man nach etwa 3 bis 20 Jahren als Erster Offizier – erhält je nach Luftverkehrsgesellschaft ein Anfangsgehalt zwischen 3000 Euro und 10.000 Euro. Dem gegenüber stehen die erheblichen Ausbildungskosten.

Ich habe gehört, dass die Ausbildung in Amerika viel einfacher und billiger ist?

Generell sind Flugausbildungen in den USA preiswerter als in Europa. Mit Ausnahme des PPL(A) ist eine Umschreibung von Lizenzender amerikanischen Luftfahrbehörde (FAA) in Lizenzen der europäischen Luftsicherheitsbehörde (EASA) grundsätzlich nicht möglich.

Kann ich die Ausbildung auch mit einem Studium verbinden?

Ja, verschiedene Hochschulen bieten in Zusammenarbeit mit Partnerflugschulen unterschiedliche Studiengänge an (z.B. Internationaler Studiengang für Luftverkehrsmanagement und -systemtechnik (ILST)). Die zusätzliche Qualifikation durch ein Studium kann in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ein zweites Standbein darstellen, eine bevorzugte Auswahl für Positionen im fliegerischen Management (Technischer Pilot, Sicherheitspilot etc.) konnte bisher nicht beobachtet werden.

Was ist die MPL und wozu berechtigt sie?

MPL heißt Multi Crew Pilot Licence. Wie der Name schon andeutet, ist diese Lizenz auf den Einsatz im Zwei-Mann-Cockpit zugeschnitten. Sie entspricht weitestgehend der CPL(IR) „frozen ATPL“, berechtigt also zum Einsatz als Erster Offizier in einem Verkehrsflugzeug. Die theoretische Ausbildung ist identisch, bei der praktischen Ausbildung werden einige Ausbildungsinhalte zu einem früheren Zeitpunkt in den Simulator verlegt. Im Unterschied zur klassischen Lizenz darf damit aber ausschließlich im Zwei-Mann-Cockpit geflogen werden; um beruflich Single Pilot in Command (also z.B. alleine ein kleineres Geschäftsflugzeug) zu fliegen, ist ein so genannter Bridge Course nötig. Interessant ist diese Lizenz vor allem für alle, die ausschließlich bei einer Fluggesellschaft fliegen wollen. Der Erwerb dieser Lizenz ist ausschließlich bei Fluggesellschaften möglich (z.Zt. Lufthansa Konzern, Air Berlin).

Sollte man die Ausbildung zum ATPL möglichst in einem Stück machen?

Die durchgehende Ausbildung ist der schnellstmögliche und effektivste Weg zum ATPL (Durchgängige Lernkurve, einzelne Zwischenprüfungen entfallen etc.). Realistisch ist eine Ausbildungsdauer von ca. zwei Jahre.

Die modulare Ausbildung kann sinnvoll sein, wenn der Lizenzerwerb neben einer bereits bestehenden Erwerbstätigkeit erfolgen soll.

Warnung! Dieser Weg erfordert ein hohes Maß an Selbstdisziplin, um die Ausbildung in einem methodisch sinnvollen Zeitrahmen (nicht mehr als 36 Monate) abzuschließen.

Ich habe gehört, dass das Arbeitsamt/Arbeitsagentur die Ausbildung bezahlt?

Die Erstausbildung zum CPL/ATPL wird nicht finanziell durch die Arbeitsagentur unterstützt. Nach derzeitiger Rechtspraxis ist der finanzielle Aufwand der Erstausbildung zum CPL/ATPL nicht als Werbungskosten absetzbar.

Und was kostet das?

Je nach Ausbildungsstätte müssen Sie realistisch mit mind. 60.000 bis 80.000 Euro rechnen (zuzüglich Lebenshaltungskosten und Unterkunft). Zusätzlich schlagen bei manchen Fluggesellschaften noch bis zu 25.000 Euro Beteiligung für den Erwerb einer Musterberechtigung zu Buche!

Warnung! Der Erwerb und Erhalt einer Musterberechtigung stellen eine hohe Investition dar, von der die VC ohne vorherige Einstellungszusage (Arbeitsvertrag) dringend abrät.
Auch der Lizenzerhalt kann über einen längeren Zeitraum einen erheblichen Kostenfaktor darstellen.

Gibt es eine Altershöchstgrenze für den Ausbildungsbeginn zum Berufspiloten?

Basierend auf den Einstellungsvorraussetzungen verschiedener großer Fluggesellschaften gibt es Hinweise darauf, dass die Auswahlchancen ab ab

einem Alter von mehr als 30 Jahren deutlich abnehmen. Dabei spielen natürlich auch die aktuellen Bedarfszahlen eine wichtige Rolle.

Ich habe gehört, es gibt auch Fernlehrgänge?

Das ist richtig. Damit kann man sich auf die Theorie-Prüfung vorbereiten. Hat man alles durchgearbeitet, muss man aber dennoch ca. 80 Stunden Vollzeitunterricht an einer Flugschule absolvieren, bevor man die Prüfung ablegen kann.

Wer bildet zum Verkehrsflugzeugführer aus?

Eine vollständige Liste von Flugschulen die zum Verkehrsflugzeugführer ausbilden (MPL, ATPL(A)) befindet sich auf der Homepage des LBA .

Grundsätzlich kommen zwei Wege infrage:

Erwerb der benötigten Lizenz bei einer der oben verlinkten Flugschulen mit anschließender Bewerbung bei einer Fluggesellschaft.
Warnung: Etwaige Versprechen, durch die Ausbildung in einer bestimmten Schule bessere Chancen bei bestimmten Fluggesellschaften zu haben, halten wir für unseriös.
Eine Checkliste mit Hilfestellungen zur Auswahl einer Flugschule finden Sie ebenfalls auf unserer Homepage.

Der direkte Weg über eine Fluggesellschaft (z.Zt. Lufthansa Konzern, Air Berlin). Speziell innerhalb des Lufthansa-Konzerns (Lufthansa, Lufthansa-Cargo, Germanwings) werden Berufsanfänger grundsätzlich von der eigenen Schule in Bremen und ausschließlich nach erfolgreichem DLR-Test eingestellt.
Auch bei diesem Weg können nach dem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung erhebliche Wartezeiten entstehen, da ausschließlich nach Bedarf eingestellt wird.

Wie sehen denn die Chancen auf dem Arbeitsmarkt aus?

Für Berufseinsteiger sind die Chancen auf dem europäischen Arbeitsmarkt nahezu aussichtslos. Selbst Absolventen ausbildender Fluggesellschaften müssen derzeit erhebliche Wartezeiten in Kauf nehmen.

Der von Flugzeugherstellern, ICAO (Internationale Zivilluftfahrts-Organisation) und IATA (internationaler Verband der Fluggesellschaften) prognostizierte Pilotenbedarf findet nahezu ausschließlich im asiatischen Raum (China, Indien) und der Golfregion statt.