Airprox

Risiko AIRPROX

Jedes Jahr kommt es in Deutschland zu Zusammenstößen von Flugzeugen. Meist handelt es sich dabei um Sportflieger und Kleinflugzeuge. Doch auch größere Flugzeuge sind gefährdet und die VC versucht hier in Abstimmung mit anderen Institutionen und Experten das Risiko zu vermindern. Wichtig ist dabei die Erfassung und Auswertung von gefährlichen Annäherungen, sogenannten AIRPROX (Aircraft Proximity). Die Analyse dieser Vorfälle ist wiederum die Grundlage für die Luftraumplanung in Deutschland. 

Auf dieser Seite finden Sie vielfältige Informationen zu den Aktivitäten der VC in diesem Bereich. Bitte beachten Sie dabei, dass AIRPROX nicht immer automatisch an die entsprechende Expertengruppe weitergeleitet werden und eine separate Meldung verfasst werden muss! Nur durch diese Meldungen können wir als VC Verbesserungen zur Erhöhung der Sicherheit erreichen.

AIRPROX-Update

Ein Artikel aus der VC Info 03/2019

Die „Air Proximity Evaluation Group“ (APEG) trifft sich regelmäßig, um gefährliche Annäherungen von Flugzeugen zu bewerten. Diese bilden dann die Grundlage für die Luftraumbewertung in Deutschland. Die letzte Sitzung der APEG fand am 13. Juni statt.

Dabei wurden acht AIRPROX analysiert, wobei in sechs Fällen kommerzieller Verkehr betroffen war. Die geringe Anzahl von Vorfällen liegt zum einem im geringen Flugaufkommen der Allgemeinen Luftfahrt im Winter begründet, sowie an der Tatsache, dass nur Fälle, die direkt an die APEG gemeldet werden, Berücksichtigung finden.

Ein Fall betrifft einen Rettungshubschrauber auf einem Überlandflug in VFR. Alle anderen für uns relevanten Fälle fanden im Zusammenhang mit Jets nach IFR-Regeln unter Führung der Flugsicherung in den Lufträumen Charlie, Delta und Echo statt. Glücklicherweise gab es dieses Mal (ausnahmsweise) keinen Fall der Kategorie A in dem für uns relevanten Bereich. Zwei Vorfälle der Kategorie B sowie einige Fälle der Kategorie C zeigen aber wieder besorgniserregende Tendenzen.

Besonders interessant für uns waren Fälle, in denen Verkehrsflugzeuge auf Regionalflughäfen angeflogen sind. Dabei muss oft zwangsläufig Luftraum E durchquert werden. Die APEG hat festgestellt, dass beim Abfliegen von Standardverfahren das Konfliktrisiko deutlich minimiert gewesen wäre, das heißt, Controller und Piloten in Daylight VMC auf Shortcuts verzichtet hätten. Bitte beachtet auch die Änderungen im Luftraum in Paderborn und Münster/Osnabrück (siehe vorherige VC-Infos), die bei einigen Providern noch nicht in die Karten eingepflegt wurden!

In einem weiteren Fall wurde eine TCAS RA ausgelöst, weil ein Verkehrsflugzeug aus dem Reiseflug heraus mit einer Rate von 2000 ft/min oder mehr in den Sinkflug angewiesen wurde. Ein 1000 ft tiefer fliegender Verkehr hat die RA wegen der relativen Annäherungsgeschwindigkeit ausgelöst. Diese unnötige RA hätte verhindert werden können, wenn das Verkehrsflugzeug mindestens für die letzten 1000 ft Sinkflug eine eigene Rate (z.B. 1000 ft/min) zugewiesen oder requested hätte.

Seit 2017 veröffentlicht die APEG einzelne aufgearbeitete Fälle und spricht Empfehlungen aus. Die VC hat „Best Practices“ veröffentlicht, mit denen alle Verkehrsteilnehmer durch entsprechendes Verhalten zum Reduzieren von Konflikten beitragen können.

Ein „Aircraft Proximity“, kurz AIRPROX ist eine Situation in der sich nach Ansicht des Piloten oder Fluglotsen, zwei Flugzeuge zu nah gekommen sind. Neben der relativen Position wird auch die Annäherungsgeschwindigkeit berücksichtigt. Eine Meldung erfolgt mit einem gesonderten Formular an das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF).

Risikokategorien:

A – Es bestand ein ernsthaftes Kollisionsrisiko

B – Die Sicherheit mindestens eines Flugzeuges war nicht sichergestellt

C – Es bestand kein Kollisionsrisiko

D – keine Bewertung möglich

Jetzt einen AIRPROX melden oder das AIRPROX-Magazin mit Empfehlungen zum sicheren Fliegen herunterladen.