Die Flight Safety-Experten der VC

Arbeitsgruppen

In den Arbeitsgruppen der Vereinigung Cockpit engagieren sich unsere Mitglieder ehrenamtlich dafür, die Flugsicherheit auf ihrem hohen Niveau zu erhalten und, wenn möglich, zu verbessern. Die Flight Safety Experten der VC beschäftigen sich dabei mit einem breiten Spektrum von Themen, die alle Bereiche der Flugsicherheit betreffen: Dazu zählen die Gestaltung und der Betrieb von Flugzeugen, die Ausrüstung und Verfahren an Flughäfen, die Gewährleistung eines sicheren Flugablaufs, aber aber auch Fragen um die Integration von Drohnen in den Luftraum, rund um Ausbildung, Training und Lizenzen, den Umgang mit gefährlichen Gütern im Lufttransport oder die Unterstützung bei der Untersuchung von Unfällen und Zwischenfällen in der Luftfahrt. Darüber hinaus unterstützen unsere Arbeitsgruppenmitglieder ihre Kollegen und Kolleginnen bei Fragen zu Arbeits-, Dienst, Flugdienst- und Ruhezeit von Besatzungen oder in Bezug auf den Gesundheitsschutz, insbesondere beim Thema Strahlenbelastung sowie zu Themen wie Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder mentale Gesundheit.

Themenübersicht

Arbeitsgruppen der VC

Accident Analysis & Prevention (AAP)

Die AG Accident Analysis & Prevention beschäftigt sich mit Themen rund um die Flugunfalluntersuchung mit dem Ziel, aus den gewonnen Erkenntnissen Lehren zur Verbesserung des Sicherheitsniveaus in der Luftfahrt zu gewinnen. Das beinhaltet neben der Untersuchung und Aufklärung von Flugunfällen und Störfällen die Mitarbeit an der Weiterentwicklung von Regularien und Industriestandards sowie die Information über sicherheitsrelevante Themen und Trends. Darüber hinaus betreut die AG das VC-eigene Notfalltelefon und hilft betroffenen Mitglieder bei Incidents und Accidents.

Aircraft Design & Operation (ADO)

Die AG Aircraft Design & Operation beschäftigt sich mit der Gestaltung von Flugzeugen und deren Betrieb, um das Arbeitsumfeld von Piloten zu optimieren. Dabei werden auch Umweltaspekte berücksichtigt. Ihr Ziel ist die Steigerung der Flugsicherheit.

Die Arbeit der AG ADO lässt sich unter den Oberbegriffen "Konstruktion" und "Flugbetrieb" zusammenfassen:

  • Der Bereich Konstruktion umfasst dabei alle Aspekte des Flugzeugbaus (z.B. Flugverhalten, Zertifizierungsanforderungen, Triebwerksbau, Emissionen), der Flugzeugsysteme (z.B. Fluginstrumente, Pilotenassistenzsysteme, Bordsysteme) und Einbauten (z.B. Cockpitsicherung, Crew-Ruhebereiche, Notausgänge).
  • Im Bereich Flugbetrieb findet man u.a. An- und Abflugverfahren, Leistungsberechnung oder andere operationelle Verfahren.

Airport & Ground Environment

Die AG Airport & Ground Environment beschäftigt sich mit der kontinuierlichen Verbesserung der Sicherheit an Flughäfen und in deren unmittelbarem Nahbereich. In diesem Zusammenhang werden die Verfahren und die Sicherheitsausrüstung der deutschen Verkehrs- und Regionalflughäfen untersucht.

Zu den Aufgaben der AG zählen u.a. der VC-Flughafencheck, in dessen Rahmen die deutschen Flughäfen seit 1978 auf ihre Sicherheitsausstattung überprüft werden. Die AG AGE untersucht und beurteilt die Flughäfen dabei jährlich anhand eines umfangreichen Kriterienkatalogs. Die Experten der AG AGE stehen mit vielen Flughäfen in engem persönlichem Austausch und bringen die Perspektive und praktische Erfahrung von Piloten in Sicherheitsfragen rund um die Flughafenausrüstung ein. 

Zu den weiteren wichtigen Themen der AG AGE zählen die Sicherheit auf den Bahnen (Runway Excursions &Incursions), Rescue & Fire Fighting sowie Wildlife Hazards.

Neben der engen Zusammenarbeit mit vielen Flughäfen, arbeitet die AG AGE zur Verbesserung der Flugsicherheit auch mit Fluggesellschaften, Behörden, Flugzeugherstellern, biologischen Instituten und anderen Verbänden zusammen.

Air Traffic Services (ATS)

Die AG ATS beschäftigt sich mit allen Themen, die rund um einen sicheren Flugablauf von Bedeutung sind. Dazu zählen die Bereiche Air Traffic Management, Communication, Navigation, Surveillance, Air Traffic Control, Aeronautical Charts und Meteorology.

Das Ziel der AG ATS ist es, diese Dienste gemäß den Anforderungen und Bedürfnissen von Piloten zu optimieren und aktiv mitzugestalten, um damit die Sicherheit im Luftverkehr zu verbessern. Um dieses Ziel zu erreichen, ist die AG in verschiedenen nationalen und internationalen Gremien eingebunden, die Einfluss auf die dazu nötigen regulatorischen Prozesse nehmen. Die Experten der AG ATS arbeiten u.a. im europäischen Pilotenverband (ECA), dem Weltpilotenverband (IFALPA)  sowie der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) mit und entwickeln weltweit harmonisierte Richtlinien und Positionspapiere.

Diversity & Social (DAS)

Die AG DAS setzt sich für ein Klima der Akzeptanz und des gegenseitigen Vertrauens im Cockpit ein und versucht die Vielfalt der Gesellschaft im Arbeitsumgebung von Piloten und Pilotinnen abzubilden. Dabei beleuchten sie Themen wie Diskriminierungsfreiheit, Geschlechtergleichstellung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, mentale Gesundheit und vieles mehr. Ziel ist es, eine vielfältigere und inklusivere Luftfahrtbranche zu schaffen.

Die Themen der AG DAS lassen sich grob in die Bereiche mentale Gesundheit, Diversität und soziale Aspekte einteilen.

Die AG DAS engagiert sich dabei nicht nur auf nationaler Ebene, sondern ist auch über die European Cockpit Association (ECA) und die International Federation of Airline Pilots (IFALPA) eingebunden und in Kooperationen mit Partnerverbänden wie dem deutschen Führungskräfte Verband (ULA) und dem deutschen Beamtenbund (dbb) tätig.

Dangerous Goods (DG)

Die AG DG setzt sich mit allen Fragestellungen rund um den Umgang mit gefährlichen Gütern im Lufttransport auseinander. Als "Dangerous Goods" eingestuft werden Gegenstände und Stoffe, die eine Gefahr für die Gesundheit, die Sicherheit, das Eigentum oder die Umwelt darstellen können. Gefährliche Güter dürfen nur ordnungsgemäß deklariert, verpackt und gekennzeichnet befördert werden und die verantwortlichen Piloten müssen darüber benachrichtigt werden. Zusätzlich müssen Zusammenladbarkeit und richtige Lagerung beachtet werden.

Beispiele für Dangerous Goods sind Trockeneis, Säuren, Viren und Bakterien, Explosivstoffe wie Feuerwerkskörper oder Munition aber auch radioaktive Stoffe. Manche sind in kleinen Mengen an Bord von Passagierflugzeugen erlaubt, manche nur auf Frachtflugzeugen, manche vom Lufttransport generell ausgeschlossen.

Die AG DG verfolgt das Ziel, dass bei der Beförderung gefährlicher Güter die höchsten gesetzlichen Standards eingehalten bzw. das nicht deklarierte gefährliche Güter nicht in Flugzeugen befördert werden.

Flight Health Environment (FHE)

Die AG FHE beschäftigt sich mit Themen rund um den Schutz der Gesundheit von Flugzeugbesatzungen, der Schwerpunkt der Arbeit liegt dabei auf dem Thema kontaminierte Kabinenluft an Bord von Flugzeugen und deren Auswirklungen.

Durch das Versagen von Dichtungen in den Triebwerken moderner Verkehrsflugzeuge können giftige Öl- und Kerosindämpfe in die Kabinenluft gelangen und die Gesundheit von Passieren und Flugpersonal beeinträchtigen. Bei stärkerer Kontamination spricht man von einem sog. "Fume Event".

Die AG FHE möchte über diese Thematik aufklären und Hintergrundwissen vermitteln. Darüber hinaus unterstützt sie die Mitglieder der Vereinigung Cockpit im Falle eines Fume Events mit dem eigens für diesen Fall entwickelten Fume Event Guide sowie mit persönlicher Beratung.

Zu den Aufgaben der AG FHE zählt neben der Aufklärung über Fume Events auch die Sammlung und Auswertung der weltweit neu gewonnen Forschungsergebnisse. Die AG arbeitet außerdem an der Definition von europäischen und internationalen Industriestandards (DIN/CEN/SAE) mit und steht im Austausch mit den zuständigen Behörden, Airlines und Herstellern.

Fumeguide

Flugdienst- und Ruhezeiten (FTL)

Die AG FTL beschäftigt sich mit den Vorschriften, in denen Arbeits-, Dienst, Flugdienst- und Ruhezeit von Besatzungen festgelegt sind. Diese Gesetze, Verordnungen, Vorschriften und Richtlinien sollen gewährleisten, dass ein Flug unter dem Aspekt der psychischen und physischen Belastung seiner Besatzung sicher durchgeführt wird – die Grundlagen entspringen einer Sicherheitsverordnung, in den letzten Jahren zunehmend auch einer Sozialverordnung (europäische Harmonisierung) - und bilden zugleich auch die Basis, auf die Tarifpolitik der VC aufbaut.

Zu den Hauptaufgaben der AG gehört die Betreuung geltender und die begleitende Entwicklung neuer Vorschriften zu Flugdienst- und Ruhezeitenregelungen. In diesem Bereich bietet die AG den VC-Mitgliedern umfangreiche Beratung und steht im Austausch mit einschlägigen Aufsichtsbehörden und Ministerien.

Darüber hinaus beschäftigt sich die AG FTL mit den Grundlagen und Auswirkungen im aktuellen Themenbereich Fatigue Risk-Alertness Management, zu dem sie auch in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ein Seminar anbietet.

Helicopter (HEL)

Die AG HEL bündelt und vertritt die Interessen der deutschen Berufs- und Verkehrshubschrauberführer in Sachen Berufspolitik und Flugsicherheit auf nationaler und internationaler Ebene. Hierzu steht sie in engem Kontakt zu den anderen AGs der VC, um bei gemeinsamen Problemen, wie z.B. Vogelschlagrisiko oder Laserblendung, einen möglichst guten Informationsfluss zu gewährleisten.

Vertreter der AG HEL sind bei den europäischen und weltweiten Pilotenvereinigungen (ECA und IFALPA) in den entsprechenden Arbeitsgruppen präsent und versuchen hierdurch, die Gesetzgebung der europäischen Flugsicherheitsbehörde EASA und der internationalen Zivilluftfahrtsorganisation ICAO im Interesse der deutschen Hubschrauberpiloten zu beeinflussen.

Legal (LEG)

Die AG LEG befasst dich mit Fragen der Interpretation und Anwendung bestehender und neu zu schaffender Rechtsnormen in der Luftfahrt. Dabei steht das Rechtsgebiet Luftrecht im Mittelpunkt, was sich ausschließlich mit Luftfahrt beschäftigt.

Flugmedizin (MED)

Die AG MED befasst sich mit Fragen der flugmedizinischen Tauglichkeitsuntersuchungen sowie mit arbeitsmedizinischer Vorsorge. Darüber hinaus berät die AG die VC-Mitglieder bei (drohender) Fluguntauglichkeit.

Qualification & Training (QUAT)

Die AG QUAT kümmert sich um die Themen Auswahl, Ausbildung, Training und Lizenzangelegenheiten.

Unter anderem dreht sich die Arbeit der AG z.B. um die Fragen, welche Voraussetzungen und Fähigkeiten Piloten der nächsten Generation brauchen, welche Trainingsmethoden und -geräte zukünftig eingesetzt werden sollen oder welchen Stellenwert E-Learning in der Pilotenausbildung haben sollte. Die AG QUAT überprüft darüber hinaus die Inhalte der Pilotenausbildung auf ihre Aktualität und betrachtet, wie sich das Berufsbild Pilot in der Gesellschaft verändert. Ein weiterer wichtiger Arbeitsbereich der AG QUAT betrifft die Frage nach der Bedeutung des manuellen Fliegens in den modernen hochautomatisierten Cockpits.

Die Experten der AG QUAT stehen für Anfragen zu Lizenzen, Berufseinstieg und Flugschulen sowie zum Thema Pilotenmarkt zur Verfügung und vertreten die VC dazu auf verschiedenen Berufs- und Fachmessen sowie auf Kongressen und Symposien wie dem Deutscher Luft- und Raumfahrtkongress (DLRK) oder dem Symposium des Forschungsnetzwerks Verkehrspilotenausbildung (FHP). 

Auf europäischer und internationaler Ebene arbeitet die AG QUAT mit der European Cockpit Association (ECA) und der International Federation of Airline Pilots (IFALPA) eng zusammen.

Security (SEC)

Der Arbeitsbereich der AG SEC teilt sich in die Bereiche Safety und Security auf: Safety oder Flugsicherheit bzw. Luftverkehrssicherheit umfasst die Abwehr von systemimmanenten Risiken. Security oder Luftsicherheit befasst sich mit der Abwehr äußerer Gefahren, die zu Schaden in der Luftfahrt führen können. Dazu zählen ordnungsstörendes ("unruly") Verhalten, kriminelle Handlungen oder terroristische Akte. 

Die Grundlagen dafür werden in einer Vielzahl an internationalen und nationalen Abkommen, Verordnungen und Gesetzen geschaffen und ständig überarbeitet und angepasst. Beispiele dafür sind etwa der ICAO Annex 17, das Tokioter Abkommen, die EU (D)VO 300/2008; 2015/1998; 2019/103 und das Deutsche Luftsicherheitsgesetz.

Piloten spielen in diesem Sicherheitsnetz eine aktive und tragende Rolle. Die AG SEC bringt die Perspektive und Erfahrung aktiver Piloten und Pilotinnen in dieses System ein, indem sie sich einerseits um einen intensiven Austausch mit den zuständigen nationalen Behörden bemüht und anderseits über die Mitarbeit in Arbeitsgruppen bei der European Cockpit Association (ECA) und der International Federation of Airline Pilots (IFALPA) auf der internationalen Ebene Einfluss auf die kontinuierliche Erhöhung der Luftsicherheit nimmt.

Strahlenschutz (STR)

Das Ziel der AG STR ist der Schutz des fliegenden Personals vor ionisierender Strahlung. Flugzeugbesatzungen gehören zu der Berufsgruppe mit den höchsten Expositionen durch ionisierende Strahlung. Quellen dieser Strahlung sind hochenergetische Partikel oder Strahlen solaren sowie galaktischen Ursprungs. Die Strahlendosis nimmt sowohl mit der Flughöhe als auch mit der geographischen Breite zu. Darüber hinaus sind Flugzeugbesatzungen gelegentlich erheblichen Dosen ionisierender Strahlung ausgesetzt die durch Blitze sowie terrestrische Gammablitze (TGFs) hervorgerufen wird. 

Um dieses Ziel zu erreichen, bereitet die AG STR zusammen mit einem erfahrenen Physiker die wissenschaftlichen Grundlagen des Strahlenschutz im Hinblick auf das fliegende Personal auf und kommuniziert diese, um Crews und Passagiere in die Lage zu versetzen, bewusst und eigenverantwortlich mit dem Thema umzugehen.

Unmanned Aircraft Systems+ (UAS+)

Die AG UAS+ beschäftigt sich mit allen Themen rund um den Betrieb von Unbemannten Luftfahrzeugsystemen - Unmanned Aircraft Systems (UAS) – umgangssprachlich oft als Drohnen bezeichnet. Das „+“ soll hierbei hervorheben, dass es nicht nur um die Luftfahrzeugsysteme selbst geht, sondern um das Gesamtsystem, was auch Dinge wie beispielsweise Luftraumstrukturen, Ausbildungskonzepte, neue technologische Entwicklungen (z.B. hochautomatisierte Lufttaxis) beinhaltet.

Zweck der AG Arbeit ist der Schutz der Luftfahrzeugbesatzungen und Passagiere, die Eindämmung von möglichen Kollisionsgefahren durch Drohnen sowie die Integration von unbemannten Luftfahrzeugsystemen in den Luftraum. Das wichtigste Ziel hierbei ist es das heutige sehr hohe Sicherheitsniveau der bemannten Luftfahrt nicht durch die Einführung von unbemannten Luftfahrzeugsystemen zu beinträchtigen.