+ 49 69 34 87 29 32
Mehr Infos
Damit reduziert das Unternehmen die Erholungszeit um 25 Prozent.
Nach Einschätzung der Vereinigung Cockpit (VC) stellt diese Maßnahme einen massiven Eingriff in die Arbeitsbedingungen dar – und ist selbst innerhalb des Ryanair-Konzerns beispiellos. Laut betrieblichem Operations Manual gilt das 5/4-Modell als weniger ermüdende Dienstplanregelung („least fatiguing“). Ein Wechsel vom bisherigen 5/4-Modell auf ein 5/3-Modell birgt insbesondere in Kombination mit rückwärts rollierenden Dienstplänen das Potenzial, Langzeitermüdung aufzubauen, die nicht nur die Aufmerksamkeit der Besatzungen kritisch beeinflussen könnte, sondern gegebenenfalls auch ein zunehmendes Gesundheitsrisiko für die Besatzungsmitglieder darstellt.
Die Maßnahme steht im zeitlichen Zusammenhang mit den laufenden Tarifverhandlungen. Die deutschen Ryanair-Piloten fordern im Kern:
Seit 2018 gab es faktisch nur marginale Gehaltsanpassungen (insgesamt rund fünf Prozent über acht Jahre), während die Inflation in diesem Zeitraum deutlich höher lag.
Die Forderungen der VC sind keine überproportionale Lohnerhöhung, sondern die Wiederherstellung des ursprünglichen Reallohnniveaus sowie eine nachhaltige Absicherung gegen weitere Kaufkraftverluste.
„Wir kritisieren scharf, dass das Unternehmen offenbar versucht, durch die Verschlechterung der Dienstpläne Druck auf die Pilotinnen und Piloten auszuüben, um sie zu einem aus Sicht der Gewerkschaft unzureichenden Tarifabschluss zu bewegen“, sagt Heike Wagner, Pressesprecherin der Vereinigung Cockpit. „Arbeitsbedingungen dürfen nicht als Druckmittel in Tarifverhandlungen missbraucht werden – schon gar nicht, wenn sie das Personal unnötig zusätzlich belasten.“
Die VC fordert das Management von Ryanair auf, eine Lösung zu finden, die sowohl der wirtschaftlichen Realität als auch der Verantwortung für das Personalgerecht wird.