Aufforderung an Luftverkehrsgipfel: Ryanair muss endlich Arbeitnehmerrechte umsetzen

Im Vorgriff auf den morgigen Luftwirtschaftsgipfel und vor dem Hintergrund der aktuellen Maßnahmen von Ryanair im Zuge der Tarifauseinandersetzung mit Cockpit- und Kabinenbeschäftigten, appelliert die Vereinigung Cockpit (VC) an die Bundes- und Landespolitik, sich noch deutlicher zu positionieren.

„Wir befinden uns im Jahr 2018 und nicht am Anfang der Industrialisierung. Ryanair muss endlich akzeptieren, dass es auch Arbeitnehmerrechte gibt. Es kann nicht sein, dass sich das Management von Ryanair nicht an die in Deutschland geltenden Gesetze und Spielregeln hält und sich echten Tarifverhandlungen durch die Einschüchterung der Beschäftigten zu entziehen versucht. Hier ist die Politik gefragt, Ryanair in die Pflicht zu nehmen”, so der Sprecher der Vereinigung Cockpit, Janis Schmitt. 

Als Reaktion auf den letzten von inzwischen vier Streiks der in Deutschland stationierten Cockpitbeschäftigten hat Ryanair am Montag angekündigt, die Bremer Station zum 5. November zu schließen. In diesem Zusammenhang soll auch die Station Weeze deutlich reduziert werden. Vorab war den Ryanair-Piloten in Deutschland bereits damit gedroht worden, dass man Stationsschließungen und Versetzungen erwägen werde, sollten sich die Beschäftigten an den Streiks beteiligen.  

Ryanair zeigt damit erneut, dass das irische Unternehmen das deutsche Recht auf gewerkschaftliche Organisation und Arbeitskämpfe nicht akzeptiert. Bereits in den Wochen vor den Streiks gab es immer wieder massive Einschüchterungsversuche der Mitarbeiter. Zuletzt ließ der Lowcoster sogar Streikende durch Vorgesetzte beobachten, fotografieren und namentlich erfassen.

„Dass Ryanair das Recht auf gewerkschaftliche Organisation nicht akzeptiert und statt dessen Streikenden in Bremen und Weeze den Arbeitsplatz wegnehmen und ins Ausland verlagern möchte, ist ein Unding. Diese Einschüchterung der Mitarbeiter verlangt nach klaren Antworten auch von der Politik. Gerade vor dem Hintergrund, dass die Flugfrequenzen an den Flughäfen nicht analog ausgedünnt werden, sondern aus dem Ausland bedient werden sollen. Die Beschäftigten von Fluggesellschaften sind keine Nomaden“, so Schmitt weiter.

Konkret fordert die Vereinigung Cockpit von der Bundes- und den Landesregierungen:

- Sich dem Aufruf anzuschließen, die Schließung des Bremer Standorts als Mittel der Einschüchterung umgehend zurückzunehmen und das grundgesetzlich geschützte Recht auf gewerkschaftliche Betätigung zu respektieren.

- Die Anwendung und Einhaltung aller deutschen Gesetze sicher zu stellen und dafür die staatliche Kontrolldichte zu erhöhen.

- Start- und Landerechte von Luftfahrtgesellschaften an die Einhaltung der internationalen UN Kernarbeitsnormen und sozialer Standards, wie z.B. Tarifverträge, zu knüpfen.

- Eine Neubewertung der bisherigen „Anreizpolitik“ (z.B. Marketingzuschüsse, Landegebühren o.ä) für Lowcoster durch die in staatlicher Hand befindlichen Flughäfen, vor dem Hintergrund des arbeitnehmerfeindlichen Vorgehens.

„Es bedarf engagierter Mitarbeiter um einen stabilen Luftverkehr in Deutschland zu gewährleisten. Daher bedauern wir auch, dass morgen keine Berufsverbände eingeladen wurden um diese und weitere Themen ansprechen zu können. Allerdings möchten wir unsere Forderungen an Verkehrsminister Scheuer nicht zuletzt für den morgigen Luftwirtschaftsgipfel mitgeben. Es muss dafür gesorgt werden, dass sich alle Marktteilnehmer an geltendes Recht und die gleichen Spielregeln halten”, resümiert Schmitt.

Die Verhandlungen für die Einführung von Tarifverträgen und eine Personalvertretung für die rund 400 Cockpitbeschäftigten in Deutschland werden am Montag den 8. Oktober zwischen Ryanair und VC fortgesetzt.

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Für Rückfragen: 

VC-Pressestelle, Tel. 069 / 69 59 76 102

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Die Vereinigung Cockpit ist der Berufsverband des Cockpitpersonals in Deutschland. Er vertritt die berufs- und tarifpolitischen Interessen von derzeit rund 9.600 Mitgliedern bei sämtlichen deutschen Airlines und sieht darüber hinaus seine Aufgabe in der Erhöhung der Flugsicherheit in Deutschland.

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V. i. S. d. P.: Vereinigung Cockpit, Unterschweinstiege 10, 60549 Frankfurt, Tel.: 069 / 69 59 76 - 0, Fax: 069 / 69 59 76 - 150; office@vcockpit.de, www.VCockpit.de

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