+ 49 69 34 87 29 32
Mehr Infos
Nach dem Scheitern der Verhandlungen über einen betrieblichen Interessenausgleich kann Lufthansa die endgültige Schließung der CityLine nun umsetzen. Die Vereinigung Cockpit (VC) kritisiert das Vorgehen des Konzerns scharf. Insbesondere die Art und Weise, wie die Beschäftigten vor vollendete Tatsachen gestellt werden, stößt auf Unverständnis.
„Die Lufthansa CityLine war ein produktiver Betrieb mit hochqualifizierten Beschäftigten, die dem Konzern über viele Jahre loyal verbunden waren. Statt ihnen eine verlässliche Zukunft zu bieten, wird nun das Ende ihres Unternehmens vorangetrieben. Das ist ein fatales Signal an die Belegschaft“, sagt Anja Granvogl, CityLine-Pilotin und Vorständin der Vereinigung Cockpit.
Besonders kritisch sieht die VC die Kommunikation des Arbeitgebers. Unter dem Motto „Deine Perspektiven – Deine Entscheidung“ wirbt Lufthansa für Aufhebungsverträge und einen ungeregelten Wechsel innerhalb des Konzerns. Doch von echter Wahlfreiheit könne angesichts der drohenden Betriebsschließung kaum die Rede sein.
„Wer erst die Arbeitsplätze beseitigt und anschließend von selbstbestimmten Entscheidungen spricht, verdreht die Realität. Das ist keine Perspektive, sondern Druck auf die Beschäftigten“, so Granvogl. „Die Lufthansa trägt die Verantwortung für diese Entscheidung und ihre sozialen Folgen. Die Beschäftigten brauchen Sicherheit statt wohlklingender Überschriften. Wir erwarten jetzt verbindliche, faire und tragfähige Lösungen für alle Betroffenen – statt weiteren Drucks zum freiwilligen Ausscheiden“, sagt Anja Granvogl.
Hinter jedem dieser Arbeitsplätze stehen Menschen, die jahrelang mit Leidenschaft, Engagement und Loyalität für Lufthansa geflogen sind. Jetzt sollen sie sich zwischen einer ungewissen Zukunft und einem freiwilligen Abschied entscheiden. Diesen Abschied verbindet der Arbeitgeber mit der Aussicht auf einen betrieblichen Sozialplan Null – und stellt damit einen Personalabbau ohne angemessenen sozialen Ausgleich in den Raum. “Das ist ein fatales Signal. Wer seine Beschäftigten so behandelt, darf sich nicht wundern, wenn Vertrauen verloren geht. Diese Menschen verdienen mehr als eine Abwicklung mit freundlichen Worten“, so die VC-Vorständin weiter.
Die VC weist zudem jeden Versuch zurück, die Verantwortung für die Situation auf die Personalvertretung abzuwälzen. Die Entscheidung zur Schließung liegt beim Arbeitgeber – nicht bei den Beschäftigten und ihren Interessenvertretungen. „Wir werden uns weiterhin eng mit der Personalvertretung abstimmen und für die Interessen der Beschäftigten eintreten. Ziel bleibt, die sozialen Folgen der Schließung so weit wie möglich abzufedern und echte berufliche Perspektiven zu sichern“, sagt Anja Granvogl abschließend.