EU-Einigung zu SAF-Quoten benachteiligt europäische Fluggesellschaften und gefährdet Arbeitsplätze

Vertreter von EU-Staaten und Europäischem Parlament haben sich auf die Einführung von SAF-Quoten im europäischen Luftverkehr ab dem Jahr 2025 geeinigt. Im Rahmen des Programms ReFuelEU soll damit ein Beitrag zu den europäischen Klimazielen geleistet werden. Während die Vereinigung Cockpit die Rechtssicherheit für den Hochlauf CO2-neutraler Flugkraftstoffe begrüßt, erneuert der Verband seine Kritik am Ausblenden der strukturellen Probleme: Wettbewerbsnachteile heimischer Luftverkehrsunternehmen werden ebenso ignoriert wie die Problematik des Carbon Leakage.

VC-Präsident Stefan Herth sagt dazu: "Diese auf der einen Seite gute, auf der anderen Seite aber unvollständige Einigung wird ganz sicher zu Verkehrsverlagerungen an außereuropäische Drehkreuze aufgrund wirtschaftlicher Nachteile für unsere Fluggesellschaften führen. Verkehrsverlagerung heißt immer auch Job-Verlagerung. Wir müssen den Erhalt unserer Arbeitsplätze, den internationalen Wettbewerb im Luftverkehr und den Klimaschutz endlich unter einen Hut bekommen. Nur ein ausgewogenes Gleichgewicht aus sozialer, wirtschaftlicher und ökologischer Nachhaltigkeit kann langfristig für Europa erfolgreich sein. Ohne einen starken Luftverkehr begeben wir uns in Abhängigkeiten, die unsere Souveränität langfristig gefährden könnten."
 
Außerhalb der EU gelten keine Quoten für nachhaltige Kraftstoffe. Die getroffene Einigung kommt daher außereuropäischen Fluggesellschaften zugute, insbesondere im Nahen Osten, denn sie müssen die teuren Kraftstoffe nur für die kurzen Strecken aus der EU heraus tanken. Alle weiterführenden Flüge nach dem Umstieg an ihren Drehkreuzen werden auch weiterhin mit fossilem Kerosin betrieben. Emissionen werden also lediglich aus der EU auf andere Staaten verlagert, was den Klimaschutz nicht weiterbringt, den Wettbewerb aber verzerrt.