Fatigue: Ermüdung, Schlaf und Schlafmangel am Beispiel eines Einsatzplans

Fatigue ist ein dem Maschinenbau entliehener Begriff, der dort für den Effekt der Materialermüdung steht. Auch wenn der direkte Vergleich zur Auswirkung von Belastungen auf den Menschen gegebenenfalls inhuman und technisch klingt, so sind die Parallelen doch überaus treffend.

In der Materialermüdung erkennt man ein deutliches Absinken der Belastbarkeit von Werkstoffen in Folgen von dauerhaften Wechselbelastungen. Werkstoffe „merken“ sich in einer gewissen Weise Vorbelastungen und akkumulieren diese.

Exakt dieses Verhalten zeigt auch der menschliche Körper. Dazu muss man wissen, dass Schlaf genau wie Nahrung und Sauerstoff zu den grundlegenden Bedürfnissen unseres Körper zählt; bereits eine eingeschränkte Erfüllung dieser Grundbedürfnisse für zu Störungen der Körperfunktionen bis hin zu deren Aussetzen.

Ein Eingriff in den täglichen Schlafrhythmusempfindet unser Körper bereits als Störungund reagiert mit "Mangelerscheinungen", die selbstverständlich eine große Bandbreite besitzen. Die schweren Formen der Reaktion unseres Körpers sind Schlafstörungen, Beeinträchtigung von mentalen Funktionen wie z.B. Konzentrationsschwächen und Dauerbelastbarkeit bis hin zur Veränderung
des sozialen Verhaltens in Form von u.a. Reizbarkeit oder Apathie. Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass das Unterschreiten von etwa 6 Stunden Schlaf pro Tag und aufsummiert etwa 8 Stunden Schlaf pro Woche zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Aufmerksamkeit und Belastungsfähigkeit führt.

Selbstverständlich sind die Reaktionen auf Schlafmangel nicht nur individuell geprägt, sondern auch stark von der Umgebung im Allgemeinen und dem sozialen Umfeld des Individuums im Besonderen abhängig. Insbesondere können Änderungen im sozialen Umfeld ganz wesentlich dazu beitragen, dass ein und dieselbe Person die betrachtete Belastung zu unterschiedlichen Zeiten sehr unterschiedlich erlebt bzw. verarbeitet.