Kündigung von hunderten Germanwings-Piloten: sozial unverantwortlich und unternehmerisch unsinnig

Heute sind bei 281 Kolleginnen und Kollegen des Lufthansa-Flugbetriebs Germanwings Kündigungen eingegangen. Aus Sicht der Vereinigung Cockpit (VC) sind diese Kündigungen sozial unverantwortlich und aus unternehmerischer Sicht vollkommen unsinnig.

Die VC führt seit geraumer Zeit mit der Lufthansa intensive Gespräche über die Zukunft der Piloten bei Germanwings. Diese Kolleginnen und Kollegen werden durch die Einstellung des Flugbetriebes bei Germanwings seit über zwei Jahren in der Schwebe gehalten. Die Unsicherheit über ihre berufliche und gegebenenfalls auch persönliche Zukunft nimmt der Konzern offenkundig aus verhandlungstaktischen Gründen billigend in Kauf, während bei anderen Flugbetrieben der Lufthansa Group Personal im Cockpit fehlt und Flugzeuge am Boden bleiben müssen.

Durch dieses bewusste Fehlmanagement innerhalb der Group wird viel Umsatz liegen gelassen, der dringend für die finanzielle Erholung des gesamten Unternehmens benötigt wird.

In diesem Zusammenhang einige Informationen zur aktuellen Situation in den Lufthansa-Flugbetrieben:

  • Lufthansa-Passage kann ihr geplantes Juni-Programm auf Grund von Pilotenmangel nicht vollständig abdecken. Deshalb bleiben Flieger am Boden und das Unternehmen kann mit ihnen kein Geld verdienen.
  • Finnair fliegt für Lufthansa-Passage Langstrecken, da Flugzeuge der Lufthansa für die Konzernschwester Eurowings Discover unterwegs sind, da auch dort Personal und Flugzeuge fehlen.
  • Bei Eurowings kamen allein im April Maschinen von Air Baltic, von Avion Express Malta und von TUIfly zum Einsatz, da auch bei dieser Lufthansa-Airline Flugzeuge und Personal fehlen.

"Vor dem Hintergrund fehlenden Cockpit-Personals bei Konzern-Airlines und einer zunehmenden Zahl von Wet Leases nun auch noch mehrere hundert erfahrene und hochqualifizierte Pilotinnen und Piloten zu entlassen, entbehrt jeder unternehmerischen Vernunft", sagt Arne von Schneidemesser, Vizepräsident der Vereinigung Cockpit. "Trotz dieser unverständlichen Vorgehensweise, die die Kolleginnen und Kollegen weiter verunsichert, streben wir natürlich auch weiterhin eine konstruktive Lösung im Sinne der Betroffenen an."


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