Lufthansa- und DHL-Tochter Aerologic verweigert Mitarbeitern Tarifverträge. Piloten legen die Arbeit nieder.

Bei der Frachtairline Aerologic haben sich die Cockpit-Beschäftigten in einer Urabstimmung klar für Arbeitskämpfe zur Durchsetzung von Tarifverträgen ausgesprochen. Das Unternehmen ist ein Joint Venture von Deutsche Post/DHL-Group und Lufthansa.   

Trotz stetig hoher Auslastung, insbesondere auch in der Krise, und dementsprechend gut laufenden Geschäften verweigert sich die Geschäftsführung seit Monaten allen dringlichen Aufrufen zu Tarifgesprächen seitens der VC komplett. Bis hin zur Kontaktaufnahme über den Konzernvorstand der Lufthansa hat die VC nichts unversucht gelassen, um in einen Dialog einzutreten. Darauf ist bis heute keinerlei Reaktion seitens Aerologic erfolgt, noch nicht einmal eine Ablehnung.   

"Wir stehen vor einer in der Sache nicht nachvollziehbaren Verweigerungshaltung des Arbeitgebers, Tarifgespräche zu führen", so Stefan Herth, Präsident der VC. "Das Verhalten von Aerologic ist ein Spiel mit dem Feuer. Sich Gesprächen entziehen zu wollen, ist gerade in der heutigen Zeit keine Option. Durch Gesprächsverweigerung wird billigend ein Weg in den Konflikt in Kauf genommen. In unserer Gesellschaft hat sich zu Recht eine Kultur von Dialog und Verhandlungen durchgesetzt. Deshalb kann die Komplettverweigerung des Aerologic-Managements nur als gewollte Eskalation gedeutet werden. Auch im Konzernvorstand der Lufthansa darf das niemand übersehen."  

"Dass die traditionsreichen Großunternehmen Post/DHL und Lufthansa ihren Beschäftigten bei Aerologic beharrlich die gesetzlich vorgesehenen Tarifverträge verweigern, ist völlig inakzeptabel und den Beschäftigten nicht zuzumuten. Zumal der Staat bedeutende Anteile an beiden Unternehmen hält", so Dr. Marcel Gröls, Vorsitzender Tarifpolitik. "Arbeitskämpfe sind stets das letzte Mittel. Solange Gespräche konsequent verweigert werden, bleiben sie leider auch das einzige Mittel, bis Aerologic sich mit uns geordnet an den Tariftisch begibt."  


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