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Frankfurt am Main, 10. September 2025: Eine Kurzumfrage der Vereinigung Cockpit (VC) in den vergangenen Wochen unter mehr als 900 Pilotinnen und Piloten deutscher Airlines zeigt deutlich: Napping im Cockpit ist kein Randphänomen mehr, sondern weit verbreitete Realität.*
„Napping ist in deutschen Cockpits längst die Regel. Was ursprünglich als kurzfristige Erholungsmaßnahme vorgesehen war, hat sich zu einem dauerhaften Mittel gegen strukturelle Überlastung entwickelt“, erklärt Katharina Dieseldorff, Vizepräsidentin der Vereinigung Cockpit. Insbesondere in den Sommermonaten verschärfe sich die Lage: „Pilotinnen und Piloten berichten uns, dass sie ihre Einsätze trotz starker Ermüdung absolvieren. Ursache sind enge Dienstpläne, Personalmangel und zunehmender operativer Druck.“
Zentrale Ergebnisse:
Die Teilnehmenden stammen aus nahezu allen deutschen Airlines. Die größte Gruppe stellte die Lufthansa (481 Teilnehmende), gefolgt von Lufthansa Cargo (101), Eurowings (73), Condor (71), Ryanair (64), Lufthansa CityLine (35), Lufthansa Discover (19) und TUIfly (14), Aerologic (11), EAT/DHL (6), Lufthansa City Airlines (4), easyjet (3) und German Airways (2).
Die VC und ihre europäischen Partnerverbände weisen seit Jahren auf die Problematik von Erschöpfung hin und warnen: „Ein kurzes Napping ist an sich unkritisch. Eine dauerhaft erschöpfte Cockpitbesatzung stellt jedoch ein erhebliches Risiko dar“, so Dieseldorff weiter.
Napping ist Symptom, nicht Lösung – Forderungen der VC:
Unser Appell
„Eine Unternehmenskultur, die Ermüdung verharmlost oder ignoriert, ist ein Sicherheitsrisiko. Die VC fordert entschiedenes Handeln von Airlines, Behörden und Politik – zum Schutz der Crews und der Fluggäste”, sagt Katharina Dieseldorff abschließend.
*Unter Napping versteht man kontrollierte Ruhephasen während der Reiseflugphase – also nicht während Start oder Landung.