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Frankfurt am Main, 19. September 2025: Die Vereinigung Cockpit hat die Ergebnisse einer Mitgliederbefragung zum Thema Medical-Verweisungen in einem offenen Brief an den Präsidenten des Luftfahrt-Bundesamtes (LBA) übermittelt. 343 Pilotinnen und Piloten nahmen an der Befragung teil. Die Rückmeldungen zeichnen ein besorgniserregendes Bild: lange Bearbeitungszeiten, mangelnde Transparenz und erhebliche persönliche wie finanzielle Belastungen für die Betroffenen.
Besonders kritisch sind die langen Bearbeitungszeiten: „Mehr als zwei Drittel der Betroffenen warteten länger als drei Monate auf eine Entscheidung, fast 10 Prozent sogar mehr als ein Jahr. Damit handelt es sich nicht um Einzelfälle, sondern um ein strukturell relevantes Phänomen“, sagt Andreas Pinheiro, Präsident der Vereinigung Cockpit. „Für eine Berufsgruppe, deren Existenz unmittelbar am Medical hängt, sind solche Verzögerungen schlicht nicht tragbar.“
Darüber hinaus haben Veröffentlichungen in den vergangenen Tagen nahegelegt, dass es innerhalb des LBA Vorbehalte gegenüber der Pilotenschaft geben könnte. „Wir betrachten diese Entwicklung mit großer Sorge, da sie das ohnehin fragile Vertrauensverhältnis zusätzlich belastet“, ergänzt Vizepräsidentin Katharina Dieseldorff.
Die Vereinigung Cockpit betont, dass das LBA eine hohe Verantwortung für die Flugsicherheit trägt. Umso wichtiger seien nachvollziehbare, faire und effiziente Verfahren. Zugleich macht die VC deutlich, dass sie den begonnenen Dialog mit dem LBA unbedingt fortsetzen und konstruktiv unterstützen möchte, um gemeinsam Verbesserungen zu erreichen.