Ryanair missbraucht Corona, um Daumenschrauben beim Malta-Air-Personal anzuziehen

Mitten in der Corona-Krise fällt Ryanair wieder in altbekannte mitarbeiterfeindliche Verhaltensmuster zurück. Das in den vergangenen Jahren in harten Tarifverhandlungen mit der in Deutschland als Piloten-Arbeitgeber fungierenden Tochtergesellschaft Malta Air Erreichte soll jetzt zum Großteil im Zeichen von Corona und im Schatten der Probleme anderer Airlines über Bord gekippt werden.  

Jegliche Angebote des Personals, zum Beispiel eine solidarische Absenkung der Arbeitszeit zum Erhalt der Arbeitsplätze von Kolleginnen und Kollegen, haben seit Wochen nicht zu einer ernst gemeinten inhaltlichen Einlassung seitens des Arbeitgebers geführt. Echte Verhandlungen unter Auslotung gemeinsamer Interessen finden überhaupt nicht statt, obwohl sie unter den derzeitigen Bedingungen für alle Seiten dringend nötig wären. Und das, obwohl Ryanair finanziell auch aufgrund des harten Vorgehens gegenüber Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Vergangenheit gut dasteht und über ein beachtliches Finanzpolster verfügt. 

Gleichzeitig rüstet sich das Unternehmen mit Flugzeugbestellungen für einen satten Wachstumskurs nach der Krise. Dieser soll offenkundig auf dem Rücken der Beschäftigten finanziert werden. Ryanair versucht momentan, die Gewerkschaft massiv unter Druck zu setzen. So will Michael O'Leary als angebliche Reaktion auf die Krise Personal abbauen und die Gehälter für mindestens fünf Jahre deutlich absenken. Die absehbar wieder benötigten Neueinstellungen sollen dann zu dauerhaft abgesenkten Konditionen erfolgen. 

Die Ryanair-Fluggesellschaften bieten ihren Beschäftigten seit jeher unterdurchschnittliche Bedingungen. Diese jetzt dauerhaft und massiv weiter absenken zu wollen, ist völlig inakzeptabel. Durch die Krise und das derzeitige Grounding sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihres einzigen Mittels zur Durchsetzung ihrer Interessen vorläufig beraubt.  

Hintergrund:  

Zur Ryanair-Gruppe gehören aktuell die Fluggesellschaften Ryanair (Irland), Ryanair UK, BUZZ (Polen), Laudamotion (Österreich) und Malta Air. Das Unternehmen versucht zunehmend, diese Struktur zu nutzen, um die Beschäftigten in einem "Teile und Herrsche" gegeneinander auszuspielen und damit die Arbeitsbedingungen weiter zu verschlechtern. 

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Die Vereinigung Cockpit ist der Berufsverband des Cockpitpersonals in Deutschland. Er vertritt die berufs- und tarifpolitischen Interessen von derzeit rund 9.600 Mitgliedern bei sämtlichen deutschen Airlines und sieht darüber hinaus seine Aufgabe in der Erhöhung der Flugsicherheit in Deutschland.

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