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Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder hielt ein Grußwort / © BMV
Beim 24. Flight Safety Forum in Berlin diskutierten rund 70 Expertinnen und Experten aus Behörden, Airlines, Verbänden und Organisationen der Luftfahrt aktuelle Entwicklungen, Risiken und Lösungsansätze für mehr Sicherheit im Flugbetrieb.
Veranstaltet wird das Forum gemeinsam von der Vereinigung Cockpit (federführende Organisation), der Bundeswehr, der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) sowie der Deutschen Flugsicherung (DFS). Ziel der Veranstaltung ist es, Erfahrungen aus unterschiedlichen Bereichen der Luftfahrt zusammenzubringen und daraus gemeinsame Lehren für die Weiterentwicklung der Flugsicherheit zu ziehen.
Die VC war mit Flight Safety-Vorständin Anja Granvogl, Sebastian Kloth (DFSF-Organisator), Moritz Bürger (stellv. Leiter AG ATS), Patrick Jordan (Leiter AG AAP), Kristof Koch (stellv. Leiter AG AAP) und Michael Liedtke (Leiter Flight Safety) vertreten.
Ein Grußwort hielt zudem der Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder, der die Bedeutung eines engen Austauschs zwischen Behörden, Luftfahrtunternehmen, Flugsicherung und fliegerischem Personal für ein hohes Sicherheitsniveau im Luftverkehr hervorhob.
Aktuelle Safety-Themen im Fokus
Das Programm griff sowohl klassische Safety-Fragen als auch neue technologische Entwicklungen auf. Präsentationen und Diskussionsrunden beschäftigten sich unter anderem mit aktuellen Untersuchungen größerer Flugunfälle, die Bedeutung von internationalen und multidisziplinären Teams bei der Aufklärung von Flugunfällen, zunehmenden GNSS-Störungen durch Jamming und Spoofing sowie Reduced Runway Separation bei Nacht. Weitere Themen waren Evakuierungsabläufe aus Sicht von Feuerwehr und Flugbetrieb, der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Safety-Reporting sowie ein Zwischenfall mit unzuverlässiger Geschwindigkeitsanzeige (Airspeed unreliable) bei einer Boeing 777.
„Das Ziel ist aus Ereignissen zu lernen“, betont VC-Vorständin Anja Granvogl. „Alle Beteiligten haben unterschiedliche Rollen im System Luftfahrt. Wenn wir diese Perspektiven zusammenbringen, entsteht ein deutlich besseres Verständnis für Risiken und mögliche Lösungen.“
Auch das Thema Just Culture wurde aufgegriffen. „Bezugnehmend auf das vorige Forum haben wir festgestellt, dass wir hier weiterarbeiten und konkrete Vorschläge entwickeln müssen“, sagt Sebastian Kloth, Leiter des Deutschen Flight Safety Forums. Gemeinsam mit Raimund Kamp vom Bundesverkehrsministerium hat er hierzu einen Vorschlag erarbeitet, der die nationale Umsetzung der Just Culture weiter stärken soll. „Die Sicherheitskultur in der Luftfahrt gilt als zentraler Pfeiler für ein hohes Maß an Sicherheit und basiert insbesondere auf Vertrauen, Transparenz sowie einer offenen Kommunikationskultur.“
Darüber hinaus wurden auch neue Ansätze aus der Forschung vorgestellt, etwa der Einsatz von Eye-Tracking-Technologien, um Entscheidungsprozesse und Wahrnehmung im Cockpit besser zu verstehen. Der Austausch soll laut Granvogl dazu beitragen, ein gemeinsames Sicherheitsverständnis zu entwickeln und Trends frühzeitig zu erkennen.
Safety als gemeinsame Verantwortung
Am Ende des Forums stand vor allem eine Erkenntnis im Mittelpunkt: Flugsicherheit entsteht durch Zusammenarbeit. Behörden, Airlines, Besatzungen, Forschung und Expertinnen und Experten aus der Praxis sind gleichermaßen gefordert, Erfahrungen zu teilen und Risiken frühzeitig zu erkennen.
„Flugsicherheit ist kein statischer Zustand“, so Anja Granvogl. „Sie lebt davon, dass wir ständig dazulernen – und genau dafür ist dieses Forum da.“
