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© reka sarudi / unsplash.com

Niklas, zuletzt musste eine Lufthansa-Maschine auf dem Weg von Frankfurt nach Lissabon wegen einer brennenden Powerbank in Lyon landen. Solche Meldungen gibt es immer wieder. Warum sind Powerbanks im Flugzeug so problematisch?
Zunächst einmal sind es nicht nur Powerbanks. Wenn man sein Handgepäck durchgeht, findet man inzwischen sehr viele Geräte mit Lithium-Ionen-Batterien: Handys, Laptops, Spielekonsolen, elektrische Zahnbürsten oder auch Einweg-Vapes. Je mehr solcher Akkus im Umlauf sind, desto häufiger kommt es statistisch natürlich auch zu Zwischenfällen. Auffällig ist aber tatsächlich, dass ein großer Teil der Fälle, von denen wir in Flugzeugen hören, Powerbanks betrifft.
Warum gerade die? In einem Laptop steckt schließlich ebenfalls ein leistungsfähiger Akku.
Dafür gibt es mehrere mögliche Erklärungen. Zum einen unterscheidet sich die Qualität der verbauten Zellen. Bei Powerbanks gibt es eine enorme Bandbreite an Herstellern, Preisen und Qualitätsstandards. Zum anderen behandeln wir eine Powerbank meistens anders als einen Laptop. Einen Laptop wirft man eher nicht einfach in den Rucksack. Eine Powerbank steckt man schnell irgendwo hinein, ohne zusätzliche Schutzhülle oder Transportsicherung. Dann drücken vielleicht andere Gegenstände darauf oder sie fällt einmal herunter.
Und so ein Sturz kann reichen?
Ja. Das Tückische ist, dass eine Beschädigung nicht unbedingt von außen sichtbar sein muss. Eine Powerbank kann völlig normal aussehen, obwohl eine Zelle im Inneren durch einen Sturz beschädigt wurde. Genau solche vorgeschädigten Batterien scheinen ein wesentlicher Teil des Problems zu sein.
Wo gehört eine Powerbank im Flugzeug hin?
Lithium-Ionen-Batterien gehören grundsätzlich ins Handgepäck. Das gilt nicht nur für Powerbanks. Entscheidend ist, dass Passagiere überhaupt wissen, in welchen Geräten solche Akkus stecken und wie sie transportiert werden müssen.
Und dann einfach ins Gepäckfach über dem Sitz?
Gerade bei Powerbanks sehen die Beförderungsbedingungen vieler Airlines vor, dass sie beim Passagier und damit schnell zugänglich bleiben sollen, beispielsweise in Fußnähe. Der wichtige Punkt ist: Man sollte mitbekommen können, wenn ein Gerät ungewöhnlich warm wird oder zu qualmen beginnt. Dann kann man sofort die Besatzung informieren.
Was passiert, wenn eine Powerbank tatsächlich anfängt zu brennen?
Die konkreten Verfahren unterscheiden sich etwas zwischen den Airlines. Grundsätzlich arbeitet die Kabinenbesatzung nach den jeweiligen Brandschutzverfahren. Offensichtliche Flammen werden bekämpft, anschließend muss der Akku gekühlt und gesichert werden.
Kann man einen brennenden Lithium-Ionen-Akku denn überhaupt löschen?
Man kann zunächst die Flammen bekämpfen. Wichtig ist danach aber vor allem, die weitere Wärmeentwicklung zu kontrollieren und den Akku zu sichern. Eine Möglichkeit sind evident wirksame Lithium-Safe-Bags. Das sind Behältnisse aus hitzeresistentem Material, die Schäden durch einen Akku begrenzen und verhindern sollen, dass sich ein Feuer weiter ausbreitet.
Gibt es solche Behälter in jedem Flugzeug?
Nein. Sie sind gesetzlich nicht vorgeschrieben. Viele Airlines haben sie freiwillig an Bord. Wir als Vereinigung Cockpit halten solche Safe-Bags unbedingt für sinnvoll.
Muss ein Flugzeug nach einem Akku-Brand grundsätzlich sofort landen?
Das hängt vom konkreten Fall ab. Ein Vorteil bei einem brennenden Akku ist zunächst, dass die Brandquelle meistens eindeutig identifiziert und zugänglich ist. Die Besatzung kann also gezielt reagieren. Entscheidend ist anschließend, ob das Feuer wirklich unter Kontrolle ist und keine gefährliche Hitzeentwicklung mehr besteht. Ist das nicht sicher gewährleistet, muss selbstverständlich so schnell wie möglich gelandet werden. Feuer gehört zu den größten Gefahren an Bord eines Verkehrsflugzeugs.
Was sollten Passagiere aus deiner Sicht unbedingt beachten?
Sie sollten sich bewusst machen, dass von Lithium-Ionen-Batterien grundsätzlich eine Brandgefahr ausgehen kann. Vor allem sollte man keine Powerbank mitnehmen, die heruntergefallen oder möglicherweise beschädigt ist – selbst wenn äußerlich nichts zu erkennen ist. Und an Bord sollte man das Gerät so aufbewahren, dass man schnell merkt, wenn es heiß wird oder zu qualmen beginnt. Das größte Problem ist aus meiner Sicht, dass vielen die mögliche Feuergefahr gar nicht bewusst ist. Wenn wir dieses Bewusstsein erhöhen, ist schon viel gewonnen.