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Mario Reiß, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer / © privat
"Wir blicken auf unsere „Schwester“, die Vereinigung Cockpit – und nennen euch bewusst so, weil wir in vielem vereint sind. Eure Strukturen, eure Geschichte, eure Herausforderungen: Vieles davon ist vergleichbar mit dem, was wir als Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer erlebt haben.
Deshalb wollen wir euch vor allem eines mitgeben: Mut.
Mut, euch nicht auseinanderdividieren zu lassen.
Mut, jetzt entschlossen zu handeln.
Mut, diesen Konflikt durchzustehen – auch wenn er länger dauern wird.
Denn eines ist klar: Der Arbeitgeber – allen voran die Lufthansa – stellt euch gerade bewusst auf die Probe. Das wird keine kurze Auseinandersetzung. Zwei Streiktage werden nicht reichen. Es kommt eine harte Zeit auf euch zu.
Aber: Ihr kennt das. Und ihr könnt das.
Was jetzt auf das Team um Andreas zukommt, verlangt Standfestigkeit, Abstimmung und echte Geschlossenheit. Gleichzeitig werdet ihr Gegenwind spüren – medial, politisch, gesellschaftlich. Gerade im Sommer wird man versuchen, euch als Störfaktor darzustellen.
Doch die Realität ist eine andere:
Ihr habt über Jahre Verantwortung übernommen.
Ihr seid auf den Arbeitgeber zugegangen.
Ihr habt Zugeständnisse gemacht.
Und trotzdem reicht es offenbar nicht.
Deshalb ist klar: Ohne Konsequenz wird es keine fairen Ergebnisse geben.
Wir wissen aus eigener Erfahrung: Streiks sind nie Selbstzweck. Sie sind das letzte Mittel – aber ein wirksames. Und jeder ernsthaft geführte Arbeitskampf hat am Ende Wirkung gezeigt.
Gleichzeitig gilt:
Die Zeiten des „Topverdiener-Piloten“ als Pauschalbild sind vorbei.
Die Realität im Cockpit ist differenzierter – und genau das muss auch gesehen werden.
Als Fachgewerkschaften tragen wir eine besondere Verantwortung – und auch eine besondere Stärke. Wenn wir den Hebel bewegen, merkt das das ganze Land. Diese Rolle verpflichtet, aber sie gibt uns auch die notwendige Durchsetzungskraft.
Deshalb unser klares Signal: Bleibt geschlossen, bleibt standhaft, bleibt kampfbereit!
Wir stehen an eurer Seite – als GDL, als Teil der Fachgewerkschaften, als Partner im gemeinsamen Einsatz für faire Arbeitsbedingungen.
Wenn ihr Unterstützung braucht: Wir sind da.
Jetzt ist der Moment. Ihr habt den Hebel in der Hand.
Unsere volle Zuversicht ist bei euch."