Kurznachrichten

VC kritisiert Einstellung der Verbindung zwischen Bremen und Frankfurt

Die Entscheidung der Lufthansa, die Verbindung zwischen Bremen und Frankfurt einzustellen, sehen wir sehr kritisch. Lufthansa macht hohe Standortkosten und die Diskussion um Kerosinpreise für diese Entscheidung verantwortlich. Gleichzeitig darf jedoch nicht ausgeblendet werden, dass auch konzerninterne Entscheidungen erhebliche Auswirkungen auf das Streckennetz haben – etwa die kurzfristige temporäre Stilllegung der CityLine mit rund 30 Flugzeugen. Anstatt eine Kapazitätsreduktion mit Augenmaß vorzunehmen, wird die Verbindung nach Bremen komplett eingestellt.

Gleichzeitig wirkt die Streckenstreichung wie ein Instrument, um auf dem Bund Druck auszuüben, um weitere steuerliche und regulatorische Entlastungen durchzusetzen. Wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen sind wichtig – es darf jedoch nicht der Eindruck entstehen, dass mit dem Rückzug aus der Fläche und der Abbindung von Regionen an wichtige Drehkreuze politische Zugeständnisse erzwungen werden sollen.

Wir erkennen im Handeln der Lufthansa dabei ein wiederkehrendes Muster: Es wird Druck aufgebaut – gegenüber den Beschäftigten der CLH mit der vorübergehenden Stilllegung der CityLine, gegenüber der Fraport mit der Verlagerung des nächsten Wachstumsschritts nach München und nun gegenüber dem Bund mit der Einstellung der Verbindung Bremen–Frankfurt.

Neben den vielen Reisenden aus Bremen und dem Umland sind von dieser Entscheidung auch Beschäftigte betroffen – insbesondere Pilotinnen, Piloten und Kabinenbeschäftigte aus der Region, die bislang regelmäßig nach Frankfurt gependelt sind. Für sie bedeutet die Entscheidung längere Anreisezeiten, alternative Verkehrswege oder zusätzliche Übernachtungen. Das zeigt erneut, dass solche Streckenstreichungen nicht nur wirtschaftliche Kennzahlen betreffen, sondern konkrete Auswirkungen auf die Lebensrealität der Beschäftigten haben.