VC kritisiert Tarifflucht: TUI bietet Urlaubsgästen nur Billigflieger statt eigener Airline

Beim Reiseveranstalter TUI wird jetzt die Tarifflucht umgesetzt: Ab Mitte Mai wird die lettische Chartergesellschaft SmartLynx verschiedenen Medienberichten zufolge mehrere hundert Flüge ab Saarbrücken und Basel-Mulhouse-Freiburg für den Reiseveranstalter im Vollcharter durchführen. Als Ziele werden klassische europäische Warmwasserdestinationen genannt. Die deutsche Konzern-Tochter TUIfly ist genau auf solche Flüge spezialisiert, bleibt aber außen vor.

Statt die eigene Airline mit deutscher Belegschaft zu nutzen und damit zumindest teilweise auch die erhaltenen Staatshilfen zu rechtfertigen, setzt TUI nun eine ausländische Billig-Airline ein. Dabei hat man mit TUIfly eine ideale Fluggesellschaft im Haus, die auch den Premium-Anspruch der TUI-Gruppe glaubhaft verkörpert. Hier wurden jedoch umfassende und tiefgehende Einschnitte beschlossen, die die Flotte auf bald nur noch 22 Flieger reduzieren.

"Wir verurteilen diese Vorgehensweise, die einen Affront gegenüber der gesamten Belegschaft darstellt," sagt Dr. Marcel Gröls, im Vorstand der Vereinigung Cockpit zuständig für Tarifpolitik. "Die kurzsichtige und unsoziale Strategie der TUI kostet bei der TUIfly in Deutschland etwa 200 Cockpit-Arbeitsplätze sowie hunderte weitere in Kabine, Technik und Verwaltung.

Die Tarifflucht des Konzerns schadet nicht nur den Beschäftigten, sondern auch dem Ruf des Unternehmens. Dass tarifierte, sozialversicherungspflichtige Jobs in Deutschland gestrichen werden, während Dumping-Anbieter zum Zuge kommen, ist und bleibt besonders vor dem Hintergrund der Staatshilfen in Höhe von gut fünf Milliarden Euro absolut unverständlich."

 


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