VC zu TUIfly: Aufsichtsrat muss Vorstandspläne stoppen

Stellenstreichungen bei staatlicher Milliardenhilfe nicht vermittelbar

 

Die Vereinigung Cockpit fordert den TUI-Aufsichtsrat auf, gegen die vom Vorstand geplante Halbierung der Flotte und den damit einhergehenden Stellenabbau zu stimmen. Der gesellschaftliche Konsens, dass Staatshilfen zur Sicherung und nicht zum Abbau von Arbeitsplätzen verwendet werden, gilt auch für TUI.

VC-Präsident Markus Wahl wendet sich an den Aufsichtsrat: "Stimmen Sie gegen die Pläne ihres Vorstands für TUIfly! Wir appellieren eindringlich, Ihre Verantwortung gegenüber allen Beteiligten wahrzunehmen und die Interessen von Belegschaft, Kundschaft, Gesellschaft und Anteilseignern gleichermaßen zu berücksichtigen. Der gute Ruf der TUI auch und gerade in der Politik darf nicht durch wirtschaftlich äußerst fragwürdige und sozial unverantwortliche Entscheidungen riskiert werden."  

Weitere Unterstützung durch die Politik könnte für das Unternehmen im weiteren Verlauf der Krise noch dringend notwendig werden. TUI darf daher nicht durch vorschnelle Entscheidungen wichtiges politisches Kapital aufs Spiel setzen.

Die TUIfly-Mutter ist der weltgrößte Reisekonzern und verfügt über eine gute Buchungslage für die kommende Winter- und die folgende Sommersaison. Sollten die Vorstandspläne für TUIfly umgesetzt werden, müsste der Konzern die gestrichenen Kapazitäten künftig bei externen Subunternehmen, vielfach aus dem Ausland, einkaufen. TUI würde also trotz staatlicher deutscher Hilfskredite seine eigene Flotte reduzieren und deutsche Arbeitsplätze vernichten, nur um sie durch ausländische Subunternehmen zu ersetzen. Das wäre ein Missbrauch von Steuergeldern.

Es ist weder den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern noch Politik und Gesellschaft oder den Kundinnen und Kunden zu vermitteln, dass mit dem Geld deutscher Steuerzahlerinnen und Steuerzahler - das heißt mit dem Geld aller Deutschen - ausgerechnet der Abbau deutscher Arbeitsplätze finanziert werden soll. Mit seinen Plänen setzt der Vorstand nicht nur die Zukunft der Beschäftigten, sondern auch die des Unternehmens insgesamt aufs Spiel.

Die Vorstandspläne sind auch in der Politik auf deutliche Kritik gestoßen. Der Runde Tisch beim niedersächsischen Wirtschaftsminister Althusmann hat gezeigt, dass der Staat nicht tatenlos dabei zusehen wird, wie deutsche Arbeitsplätze abgebaut werden.


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