Lufthansa-Piloten stimmen für Streik

Rund 94 Prozent der zur Urabstimmung aufgerufenen Piloten bei Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings haben für Streikmaßnahmen gestimmt, wie die Vereinigung Cockpit am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Damit unterstützen sie das Ziel der Pilotenvereinigung eine Sicherung der Arbeitsplätze der Lufthansa Mitarbeiter in Deutschland gegen eine Verlagerung ins Ausland zu erreichen, denn zunehmend ersetzt Lufthansa originäre Strecken der Lufthansa-Passage durch Angebote ihrer ausländischen Zukäufe wie Brussels Airlines, Austrian Airlines oder British Midland.

„In monatelangen Gesprächen haben wir dargelegt, zu welchen Zugeständnissen die Piloten bereit gewesen wären, so auch zu einer Nullrunde. Doch die Lufthansa sah sich nicht in der Lage die geforderten Absicherungen gegen Verlagerung der deutschen Arbeitsplätze abzugeben.“ erklärt Markus Germann, Verhandlungsführer der Vereinigung Cockpit. „Somit hat das Lufthansa-Management die nun folgenden Maßnahmen nicht nur zu verantworten, sondern provoziert.“

Die Vereinigung Cockpit hat alle Piloten bei Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings zu Arbeitsniederlegungen beginnend am Montag 22.02.2010 (00:00 Uhr) bis Donnerstag 25.02.2010 (23:59 Uhr) aufgerufen.

Bereits seit dem Jahr 2006 ist der Manteltarifvertrag, der die Arbeitsbedingungen der Piloten regelt, gekündigt. Seit April 2009 ist auch der Vergütungstarifvertrag, in dem die Gehaltsstrukturen festgeschrieben sind, gekündigt und es besteht keine Friedenspflicht mehr. „Doch bis heute haben wir für keinen der offenen Tarifverträge in den betroffenen Gesellschaften Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings auch nur ein einziges Angebot erhalten. Auch der Kahlschlag bei den Lufthansa-Regionalgesellschaften Contact Air und Eurowings muss ein Ende haben.“ appelliert Germann. Durch die Entscheidung der Lufthansa alle 50-sitzigen Flugzeuge ersatzlos aus dem Programm zu nehmen verlieren hunderte Piloten ihren Arbeitsplatz. „Hier zeigt sich deutlich, dass auch die dortigen Haustarifverträge, die niedrigere Gehaltsstrukturen gewährleisten, keinen Schutz vor Arbeitsplatzabbau bieten können.“ so Germann weiter.

 

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