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Im November lassen sich weltweit Männer einen Schnurrbart wachsen. Brauchen wir das wirklich, um über Gesundheit zu sprechen?
Offenbar ja. Der Schnurrbart ist ein Hingucker, aber dahinter steckt eine ernste Botschaft: Männer kümmern sich häufig zu spät um ihre Gesundheit. Sie nutzen Vorsorgeangebote seltener und suchen bei psychischen Belastungen oft erst spät Unterstützung. Movember soll genau das verändern. Unser Motto lautet deshalb: Gesundheit braucht Aufmerksamkeit.
Braucht es wirklich nur das?
Nein. Nur darauf hinzuweisen oder darüber zu sprechen, reicht nicht aus. Zur Vorsorge gehen, das muss das Ziel sein! Denn z.B. Hoden- und Prostatakrebs sollten möglichst früh erkannt werden – und dafür ist Vorsorge von zentraler Bedeutung.
Ist das nicht ein Klischee vom Mann, der keine Schwäche zeigen will und deswegen das Thema Vorsorge wegschiebt?
Nein, die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Männer leben in Deutschland durchschnittlich rund fünf Jahre kürzer als Frauen. Ein Grund dafür ist auch mangelnde Vorsorge. Frauen nehmen das sehr viel ernster. Gesellschaftliche Rollenbilder spielen dabei eine wichtige Rolle. Viele Männer haben gelernt, stark zu sein, durchzuhalten und Probleme allein zu lösen. Dabei bedeutet Stärke auch, Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen, Warnsignale ernst zu nehmen und rechtzeitig Hilfe anzunehmen. Genau dieses Bewusstsein wollen wir mit Movember stärken.
Was bedeutet das konkret für die Pilotenschaft?
Wir arbeiten in einem Beruf, in dem Leistungsfähigkeit, Verantwortung und Sicherheit entscheidend sind. Wir sind darauf trainiert, auch unter Druck zu funktionieren. Aber wer ständig funktionieren muss, spricht möglicherweise nicht rechtzeitig über Belastungen. Dabei wissen wir aus dem Bereich Human Factors, wie sehr Stress, Müdigkeit und psychische und physische Gesundheit unsere Leistungsfähigkeit beeinflussen.
Gerade Piloten könnten befürchten, dass Offenheit über psychische Probleme ihr Medical gefährdet.
Diese Sorge müssen wir ernst nehmen. Eine Positive Safety Culture bedeutet aber auch, Probleme frühzeitig anzusprechen, statt sie aus Angst zu verschweigen. Hier kann Peer Support eine wichtige Brücke sein. Kolleginnen und Kollegen, die zuhören, Erfahrungen teilen und Wege zu professioneller Unterstützung aufzeigen. Gesundheit und Flugsicherheit dürfen kein Widerspruch sein.
Warum engagiert sich die AG Diversity & Social ausgerechnet für Männergesundheit?
Weil Diversity auch bedeutet, unterschiedliche Gesundheitsrisiken und gesellschaftliche Erwartungen sichtbar zu machen. Männergesundheit ist kein Gegensatz zu Gleichstellung. Im Gegenteil: Wenn wir starre Rollenbilder aufbrechen, profitieren alle. Hilfe anzunehmen ist keine Schwäche, sondern verantwortungsvolles Handeln.
Und was gibst du den Kollegen mit, die sagen: Mir geht es doch gut?
Umso besser. Aber Vorsorge macht man, bevor etwas nicht mehr funktioniert. Wir warten schließlich auch nicht, bis ein Flugzeugsystem ausfällt, bevor wir es überprüfen. Warum sollten wir bei unserer eigenen Gesundheit anders handeln? Deswegen unser Appell: Geht zur Vorsorge und vereinbart am besten noch heute einen Termin!
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Arbeitsgruppe Diversity & Social (AG DAS)