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Jubiläum mit blinden Flecken

Die Lufthansa feiert in diesem Jahr mit Flugzeug-Sonderlackierungen und viel Tamtam ihr „100-jähriges“ Jubiläum. Mit Stolz und Nostalgie blickt der Konzern auf seine Unternehmensgeschichte zurück. Auch wenn umstritten ist, ob die Lufthansa tatsächlich 100 Jahre alt wird, lässt sich die Konzernspitze davon nicht beirren.

100 Jahre Unternehmensgeschichte bedeuten im Jahr 2026 aber auch, dass man sich mit sehr dunklen Kapiteln beschäftigen muss. Die Lufthansa hat während der Zeit des Nationalsozialismus systematisch Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter eingesetzt, die unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten mussten. Sie wurden gedemütigt und entrechtet; sehr viele verloren ihr Leben. Diejenigen, die überlebten, trugen die Folgen oft ein Leben lang.

Einer, der diese Geschichte genau kennt, ist der Historiker Lutz Budrass. Mit seinem viel beachteten Buch „Adler und Kranich“ hat er die Geschichte der Lufthansa und ihre Verstrickungen während des Nationalsozialismus bereits 2016 umfassend aufgearbeitet. Nun hat Budrass den neuen Jubiläumsband der Lufthansa unter die Lupe genommen. Seine Analyse zeigt: An manchen Stellen möchte die Lufthansa lieber nicht so genau hingucken.

Gastbeitrag von Historiker Lutz Budrass
Bastbeitrag der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ)