Vereinigung Cockpit unterstützt erstes Maßnahmenpaket für aktiven Schallschutz am Frankfurter Flughafen

Mit dem am 29.06.2010 vorgestellten Maßnahmenpaket für aktiven Schallschutz am Frankfurter Flughafen ist aus Sicht der Vereinigung Cockpit (VC) ein ausgewogener Einstieg zur Reduzierung der flugbedingten Geräuschemissionen gefunden worden. Die hier unmittelbar getroffenen Maßnahmen, welche mit maßgeblicher Beteiligung der VC erarbeitet wurden, bieten das Potential einer deutlichen Entlastung der betroffenen Bevölkerung und einer besseren Verteilung des verbleibenden Geräuschvolumens.

Einige der Maßnahmen tragen bereits im Vorfeld erkennbar zu einer Entlastung bei, andere müssen in einer späteren Betrachtung auf ihre Zweckmäßigkeit untersucht werden, wie beispielsweise ein steilerer Anflugwinkel oder eine stärkere Nutzung der maximalen Rückenwindkomponente.

Der gekrümmte Anflug (segmented approach) ersetzt vorerst als Nicht-Präzisions-Anflug das bisherige Präzisionsanflugsystem während der Nacht. Dies kann aus Sicht der VC allerdings nur eine Übergangslösung sein. Die VC fordert die Nutzung des bisherigen Präzisionslandesystems auf dem verbleibenden Endanflug, welches aber eine Genehmigung der nationalen Aufsichtsbehörden erfordert.

Eine Nutzung der schon bisher empfohlenen maximalen Rückenwindkomponente von 5 Knoten trägt die Vereinigung Cockpit mit, da hier keine unangemessenen Auswirkungen auf die Sicherheit des Fluges gegeben sind. Kritisch wird jedoch eine weitere Erhöhung gesehen.

„Das effektivste Mittel ist, die Flugzeuge im sogenannten Continuous Descent Verfahren (CDA) anfliegen zu lassen, da hierbei stets die optimale Höhe geflogen, und somit das Fliegen in unnötig tiefer Höhe über längere Strecken vermieden werden kann“, so Jörg Handwerg, Pressesprecher der Vereinigung Cockpit. „Darüber hinaus erwarten wir auch durch die technische Weiterentwicklung in den nächsten Jahren Entlastungen. Der A380 hat bereits einen Geräuschemissionsteppich, der nur noch halb so groß ist wie der eines Jumbos, und das trotz der gesteigerten Kapazität.“

Die Piloten der Vereinigung Cockpit unterstützen die Bestrebungen, die unvermeidlichen Belastungen jeglichen Luftverkehrs so gering wie möglich zu halten, ohne die Sicherheit im Flugverkehr zu gefährden.

 

Für Rückfragen:
Jörg Handwerg, VC-Pressesprecher, Tel. 0176 / 16 959 000
VC-Pressestelle, Tel. 069 / 69 59 76 102 

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